Full text: Volume (Bd. 1, H. 1 (1844))

Rechtssprüche. 123
mann A., Einen ihrer Gläubiger verkauft, und auf der Faktura
vermerkt:
„Vorstehenden Syrup haben wir an Herrn A. verkauft, und
hat der Schiffer J. die Maare nur gegen Verfügung des
Herrn A. auszuliefern." Breslau den 3. Decbr. 1835.
X. et Comp.
Der Kaufmann A. verkaufte den Syrup am 4. Decbr. 1835
weiter an den Kaufmann F., indem er hinter jenen Vermerk die
Worte setzte:
Für mich an die Ordre des Herrn F. Werth in Rechnung.
BreSlau den 4. Decbr. 1835. A.
V. verweigerte die von F. verlangte Verabfolgung deS SyrupS
oder Erstattung des WertheS. Letzterer ward deshalb gegen V.
mit dem Anträge klagbar, ihn zur Herausgabe des SyrupS, eveu-
tualitcr zur Erstattung deS WertheS desselben mit 3367 Rthlr.
5 Sgr. zu verurtheilen.
Von den Einreden des Verklagten interesstrt für den aufge-
stellten RechtSsatz nur der Einwand:
daß F. gar nicht Eigenthümer deS SvrupS geworden sei,
indem ihm derselbe nicht übergeben worden, daß eS ihm
mithin an dem zur Begründung seines Anspruchs erforder-
lichen EigenthumSerwerbe gebreche.
Das Stadtgericht zu Berlin verwarf in dem Urtel vom
5. Mai 1837 sämmtliche Einreden des Verklagten, und erkannte
nach dem Klageanträge. In den Gründen beseitigt der Richter
den vorstehend erwähnten Einwand, ohne ihn in seiner Schärfe
aufzufaffen, durch folgende Ausführung:
der Verklagte habe dadurch, daß er sich eigenmächtig in den Besitz
der Waare gesetzt, ein Unrecht begangen, und sei hierdurch unred-
sicher Besitzer geworden. Deshalb müsse er nach §§. 17 und 13.
&it. 15. Thl. ]. A. L. R. dieselbe jedem besser berechtigten Rück-
sorderer unentgeltlich berausgeben. Als solcher sei der Kl. zu be-
trachten, da durchs die auf der Faktur befindlichen Vermerke das
Eigenthum des Syrups auf ihn übergegangen sei. Wenn nun
auch der Syrup inzwischen von dem Verkl, weiter veräußert sei,
so könne doch Klager jedenfalls, worauf sein eventueller Anttag

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