Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

84 Ueber die Qualifieation -er possessio durch die justa causa.
mittelbar gehörige Wirkung ist nun, daß man sie reriniren
kann; eine civile possessio muß also diejenige seyn, welche
man nach Civilrecht reriniren kann '). Nur dem Sieger in
der civilen vindicatio muß auch der civilis possessor wei-
chen, eben weil er nur possessor ist. Er muß also auch
eine causa für seine possessio haben, weil er sonst mit
der condictio sine causa, wenn der welcher ein jus pos-
sidendi hat, sie zur Hand nehmen sollte, zum Aufgeben
der possessio genörhigr werden kann * * 3 4). Eine solche con-
dictio der possessio sinden wir indeß nur in den Aussprü-
chen der Juristen der vorhadrianischen Zeit angeführt5 6),
und dies erklärt sich daraus, daß ihre Stelle durch die pe-
titoria formula bequemer ersetzt werden konnte, und dieser
Gebrauch derselben seit jener Zeit wahrscheinlich allgemei-
ner geworden«), eine possessionis condictio also wohl

findet aber bekanntlich das wesentliche Merkmal grade in der
conditio usucapiendi, weil sie dem Civilrechte angehört, und
Thi baut hat es deshalb in dem tzriterdictenschutze gefunden,
weil er ihn zum Civilrechte zählte, während Burchardi A.
f. c. P. XX. S. i4. ff., indem er den Civilbesitz als den im
jus civile anerkannten bezeichnet, mir ihm eine Reihe rein
eivilrechtlicher Bedeutungen verbindet. — Für einen Besitz
durch Repräsentanten wird übrigens die civilis possessio er-
klärt von Pfeiffer: Was ist und gilt im römischen Rechte
der Besitz, Tübing. i84o.
3) Vgl. oben §. 2. not. 11.
4) Insofern zur civilis possessio also eine causa gehört, nähert
sich freilich in der Bezeichnung derselben als eines ti-
tulirten Besitzes, dieser Ansicht Sch weppe Röm. Priv. R.
Bd. 2. S. 8. ff.
3) Sabinus, Celsus, und Labeo, welcher letztere indeß
die furtiV» condictio eines fundus nicht gestattet (1. 2.
D, de cond. trit* 13. 3. l. 25, §. 1. D. de furtis 47.2.) Jn-
deß scheint auch noch Julian in 1. 19. §. l. D. de preca-
rio 43. 16. von einer condictio possessionis zu reden, deren
Zusatz, 1. e. praescriptis verbis, wohl kein ursprünglicher ist,
sondern sich daher schreibt, daß Ulpian in l. 2. §. 2. v.
eod. statt derselben eine praescriptis verbis actio nennt. —
Dgl. oben §. 3. not. 3.
6) Nur darin kann der Grund dafür gefunden werden, daß spä-
ter die condietio seltner genannt wird. Denn eine Beschrän-
kung derselben darin zu suchen, daß sie in den Fällen, wet-

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