Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

43

und über Obligationen überhaupt.
Aehnliche Beziehungen konnten auch bei andern Angehöri-
gen des vertragsmäßigen AnordnerS Vorkommen z- B. in
Beziehung auf freigclaffene Kinder.
I. 3. 8- 9. o 12. 4.
Quamquam permissum sit statulibero, etiam de pe-
culio dare implendae conditionis causa, si tamen vult
heres nummos salvos facere, potest eum vetare dare.
Sic enim fiet, ut statuliber perveniat ad libertatem,
quasi impleta conditione, cui parere prohibitus est, et
nummi non peribunt, sed is, quem testator accipere
voluit (vetuit) adversus heredem in factum actione agere
potest, ut testatori pareatur.
Besonders in dem Titel de statu liberis findet man,
daß in favorem libertatis eine Menge Jmpletionen der Be-
dingungen angenommen werden. Endlich find die Kinder in
allen Beziehungen schon aus Gehorsam gegen den Vater soweit
verbunden, daß, was bei andern Menschen nur obligationes
naturales wären, von ihnen vollkommen muß anerkannt wer-
den. (jussus patris ist auch in dieser Beziehung durchgrei-
fend.)
Allein soweit können wir die Regel nicht auSdehnen
lassen, daß, wo eine besondere Verbindlichkeit nicht da
ist, keine exceptio doli, keine allgemeine und besondere
Pflicht des Gehorsams besteht, der Betheiligte deshalb kei-
nen freien Willen hätte, weil er fich unter einer Bedingung
zu etwas verbunden hätte. Allerdings wollen wir nicht un-
ter den Bedingungen selbst unterscheiden, denn auch easuelle
gehören hieher: allein Niemand legt fich dadurch, daß er
Einem Andern unter einer Bedingung etwas verspricht, die
Pflicht auf, in allen Punkten, die darauf Bezug haben, zu
schweigen, und so gewiß ein Rath im Allgemeinen zu-
lässig ist, und wenn kein dolus dahinterliegt, ohne juristische
Folgen bleibt, ebenso ist ein Rath da gegeben, wo unser
Interesse mit dem Interesse des Berathenen zusammentrifft,
dann unbedenklich, wenn eS eben nicht unserem Interesse,
sondern mehr dem Interesse deS Andern gilt.
So abstraet und undeutlich, und dem Praktischen Leben
wenig zugewendet die Sätze deö preusischen Rechts sind, so

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer