Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

Von den Geschäften der Amtspersonen außer dem Prozeß. 443
öffentliche Urkunden des CivilstandeS in besserer neuerer
Ordnung errichtet werden sollten 8S).
In ähnlicher Weise besteht jetzo auch daS Recht im
Großherzogthume Baden.
Allein die Revolution änderte in Frankreich Manches— ent.
fcrntr sich von der Kirche und Geistlichkeit, blieb zwar bei den
Registern, dir aber durch eigene Civiibeamte errichtet und
bewahrt werden sollten. Durch ein Gesetz vom 20. Septbr.
1792. wurde die Führung der Slandcöbüchcr den Muniei.
palitäten übertragen. Was daher jetzt der Pfarrer in Frank,
reich lhut, hat nur kirchliche nicht politische Bedeutung,
ja es gilt nicht einmal als PrivatrechtSurkunde.84)
Der Beamte dcü CivilstandS ist in einer jeden Gemein»
de der iUaire oder sein Adjoint: welchem letzteren auch blei»
bend der Maire diese Funktion der Berwaltung übertragen
kann.
Vor Allem steht nun fest, daß schon im Geiste der
früheren Verordnung alle Bücher doppelt geführt werden
müssen. 88) Sodann kann der Civilstandsbeamre nicht ohne
zwei männliche wenigstens 21. Jahre alte Zeugen handeln.88)
Auf Verwandschaft kömmt Nichts an.
Die Beurkundungen enthalten Ort, Jahr, Tag und
Stunde8") deö ActS, auch die Vornamen, Geschlechts»
namen, Alter, Gewcrb und den Wohnort aller deren, die
dabei in Betracht kommen.
Auch eine Stellvertretung wird hier zngelassrn, jedoch
mit einer besondren und öffentlichen Vollmacht. Alle Be.
theiligten müssen unterzeichnen und die Urkunde muß vor-
gelesen werden.88)
Von der Beglaubigung der Urkunden durch Antheil.
nähme andrer Behörden und von der Reinheit der Füh.

83) Salle esprit des ordonnanccs t. III. pag. 32. seij
84) loi v. 18. Germ. X. Art. 55.
85) Art. 4o.
66) Art. 37.
87) Ganz gegen die sonst herkömmliche juristische Terminologie,
, wo der Tag wie namentlich auch bei den Franzosen den ge»
ringsten Zeittheil bildet.
88) Art. 38. 39.

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