Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

Von den Geschäften der Amtspersonen außer dem Prozeß. 439
der Frau Zufammengcbrachte und daS später Errungene.
Also gab eS vielerlei Vermögen.
Die Grundlage dieser Unterschiede sind verschwunden,
und in der Thal leben wir größtentheilS jetzt in Deutsch,
land und in Frankreich, wie einst in Rom; aber die alten
Erinnerungen haben sich erhalten, und so ist der Gedanke
der VermögcnSübergaben oder der dewission de« biens,
wie rS die Franzosen nennen, geblieben.
Dieses Verhältniß bringt dann mit sich, daß die Vcr.
theilung des Vermögens unter mehrerer Belheiligte sich als
ein eigenes Rechtsgeschäft anschloß, und daß im bürgerli-
chen Leben außer den Verträgen und resp. einzelnen GutS-
übergaben unter Lebenden, diese VermögenSübergabcn von
Todeöwegen den zweiten Theil deS bürgerlichen Rechts und
hier die Beiwirkung öffentlicher Behörden veranlaßtcn. So
sollten unter den Franzosen die arrangements des famil-
les bewirkt werden, die wieder sehr entfernt waren von den
Schenkungen ’’6).
Hieher gehörten denn
1) das Recht der natürlichen Erben — die saisine trit
Ipso jure ein,
2) das Recht der instituirten Erben, sobald das Testa-
ments- oder Codicillrecht der Römer bekannt wurde, wo
dann eine Erbantretung vorausgesetzt wurde,
3) daS Recht der VermögenSübergabcn der Eltern bei
lebendigem Leibe, welches nichts andres war, als eine an.
ticipirte Erbschaft,
4) die Theilung, welche die Eltern mortis eausa unter
die ihnen Angehörigen machten,
5) die HeirathSvcrträge, und die daraus entstehende Ge.
meinschaft, auch die auf Dritte gehende Institution con-
tractuelle.
Anomalisch ist eS, wenn auch andre VermögenSeinigun.
gen und Auseinandersetzungen, z. B. bei einem Gesellschafts.

76) Zachariä §. 6sg. a. E. B rauer, der nicht genug Zeit
batte, in die Tiefen des ftanz. Rechts hincinzusehen, nimmt
bei solchen Geschäften, namentlich bei Vermögensübergaben
gerade die formelle Voraussetzungen der Schenkung ««.
Landrecht Art. itao. ». b.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer