Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

Don den Geschäften der Amtspersonen außer dem Prozeß. 431
sagt und vorgclesen wird. Die Stummen konnten bei den
Römern nicht Zeugen sein, allein im französischen Rechte
sichr ihnen nicht- entgegen. Ob die Zeugen in dem arron-
dissement wohnhaft sein müssen, wo daS Testament gemacht
wird, ist zweifelhaft"). Endlich sollen alle diejenigen
nicht Zeugen sein, welche alS Erben oder Legatare interes,
sirt sind, auch nicht die Verwandle derselben biS zu dem
vierten Grad der Verwandtschaft und Schwägerschaft ein.
schlüssig5I). Die Eltern dcS Testators, der Mann beim Te»
siamente seiner Frau, der executor testamenti können Zeugen
sein Sa). Die Schreiber, unmittelbaren Diener und Ver-
wandten der Notäre können nicht Zeugen sein, und nur
auf die Zeit der Testamentifackio kömmt es hier an. Die
Unfähigkeit eines solchen Zeugen vernichtet das Testament:
allein wenn der Notar davon Nichts weis, vielmehr im
Sinne deü Gesetzes verfährt und getäuscht wird, so ist der-
selbe nicht schuldig, die Gefahr zu tragen, einmal weil sie
nicht in seiner Person vorkömmt, und daS andremal, weil
er nur culpa levis prästirt, und es eine ignorantia facti
alieni ist.
IV. Anwesend müssen sein zwei Notäre und zwei Zeu.
gen, oder ein Notar mit vier Zeugen. Darüber hatte schon
der Art. 23. der Ordonnance vom Jahre 1735. disponirt,
und so genau und umständlich, daß man den Inbegriff deS
Art. als expressions sacramentelles hervorhob "); allein
derOode legt zwar keine so wesentliche Bedeutung auf seine
Vorschrift, verlangt aber den genauen Vollzug derselben,
in der Regel die Nichtigkeit androhend. Im Art. 23. vom
Jahre 1735. sind die Worte: dicte, nomine, lu et rein,

60) Toullier 1. c. Nr. 397.
61) Art 975. DaS Testament ist seinem ganzen Inhalte nach
nichtig, wenn der Zeuge auch nur mit dem einen Legatar
verwandt ist. Eine außerordentliche Härte, die oft schon
Gelegenheit gegeben hat, das Testament zu erhalten, wenn
Niemand etwas davon wissen konnte, z. B- jemand fetzt
seinen Pathen ein, und ein Patbe ist Zeuge.
62) Toullier I. i. Nr. 399 — 401.
63) d’Aguesseau in seinem Briefe an das Parlament zu Kre-
noble von 30tCI1 Sevtbr. 1742.

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