Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

Von den Geschäften -er Amtspersonen außer dem Prozeß. 429
vor 7 Zeugen einschließlich deS Notars zu, deren Forma-
litäten sie näher vorschreibt.
II. In einem andern Theile herrschten die Gcwoh«.
Heiken, und hier hatte man die holographen Testamente,
und die Testamente vor einer öffentlichen Person, die der.
selben dictirt waren, endlich die mystischen Testamente,
welche der Testator für sich gemacht, dagegen die Beurkun.
düng und Beglaubigung durch einen Notar hat vornehmen
lassen. Außerdem aber gab eS in den Gewohnheiten der
Provinzen noch viele andere Formen, welche die Berord-
nung von 1735. nicht aufbcben wollte, sondern nur näher
bestimmte, z. B durch die Pfarrer.")
Der Code ist offenbar in das letztre System eingegan-
gen und hat nicht nur angenommen:
1) das holographe Testament, sondern auch
2) das von den Notären mit einer gewissen Anzahl von
Zeugen gefertigte, resp. einem Notar diktirte und öffent-
lich genannte Testament,
3) das mystische Testament, wo der Testator für sich
verfährt, ähnlich wie ad 1 jedoch die Beurkundung und
Beglaubigung durch den Notar mit Zeugen vornehmen läßt.
$. 12.
Formalitäten des Code. Oeffentliches Testament.
Nicht nur der Code, sondern auch die HauptnotariatS-
ordnung des Jahres XI. bestimmt die Formalitäten dieses
Testaments.
I. DaS Testament ist ein von dem Testator in dem öf-
fentlichen Acte vorgesagtes: welches einer der Notare nie-
derfchreibt. DaS Testament muß in Gegenwart der Zeugen
vorgelesea sein. Der Testator muß eS unterschrieben haben,
und soferne er eS nicht unterschreibt, muß hier der beson-

46) Da, wo daS römische Recht nicht herrschte, hat sich offen-
bar Alles nach der Ansicht der Gciülichen, wie auch in Eng-
land gebildet, eS iü germanisches Recht der Geistlichkeit.
Dies beweißt nicht nur die eigen- Erscheinung des hologra-
phen, sondern auch die Aufnahme oder Beurkundung durch
Notare, und mit Recht hat man das bedeutungslose Sy-
stem deS alten römischen Rechts nach der alten Form der
mancipatio abkommen lassen.

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