Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

412 Do« den Geschäften der Amtspersonen anßer dem Prozeß.
§. 3.
Einige Rücksicht auf das frühere römische und
deutsche Recht.
DaS römische Recht hat bekanntlich folgendes Sy-
stem der Rechtsgeschäfte:
I. Erwerbung der Gewalt über Personen. Hier hilft
die Natur durch die Ehe^) — und das bürgerliche Recht
durch Adoption. Aber beide sind nicht Verträge, weil eine
bleibende Gewalt begründet wird, während bet den Verträ-
gen der Conrrahirung die natürliche Solvirung folgt- Die
Emancipatio» ist im älteren römischen Rechte keine
Solvirung der väterlichen Gewalt, sondern wurde eg erst
später. Tutel, Alumnat, haben wohl etwas AehnlicheS in
Hinsicht auf die Begründung der Gewalt; aber sic sind wirk-
liche oder Quasi. Verträge.
II. Erwerbung der Gewalt über Körper. Traditio.
III. Begründung der Obligationen
») durch zweiseitige Geschäfte (Verträge),
b) durch einseitige Geschäfte (auch Quasi. Contracte,
Pollicitationen, Verfügungen mortis causa <0,
c) durch Schenkungen,
d) gesetzlich ex variis causarum figuris *) (die De-
licte werden natürlich ausgeschlossen).
DaS deutsche Recht unterscheidet die Geschäfte vor Ge-
richt und außer Gericht- Die ersten sind die Auflassun-
gen, das Gewähren — die andren sind die Freilassungen auS
der Gewalt, die Gedinge (Verträge), Giften (Schenkun-
gen), VcrmögcnSübergaben, Bestellungen von Treuhändern
d. i. Gewährung zur treuen Hand, und die Geschäfte, wel-
che solche executores Vornahmen.

3) Auch die Ehe ist kein Vertrag, auch nicht bei den Römern,
denn sie die Ehe ist nicht aufzulößen, wie eine Obligation
obgleich dieses Gavigny in Ul. Bd. seiner Pandekten
behauptet.
4) DaS gesetzliche Erbrecht gehört nicht unter die Rechtsgeschäfts
sondern bei den derestes voluntarii nur die Erbantretung.
ö) Unabsichtliche Bezahlung, — Empfangnahme in Unsittlich'
keit — Bereicherung in besonder« Verhältnissen.

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