Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

34 lieber das römische und über das neuere System der Verträge
von ein paar allgemeinen Grundsätzen abhängen und bei den
synallagmatischen Verträgen, von welchen nach unsrer vori-
gen Ausführung allein die Rede ist, Alles, wie auch Wäch-
ter meint, nach dem Kaufe zu bestimmen sein. Von die-
sem Gedanken, welchen Wächter nicht einmal hervorgeho-
ben hat, obgleich derselbe mehr alS alle andre Argumente, seine
Theorie hätte bestärken können, würde dann erst die Probe
der neuen Ordnung erfolgen. Nach unsrer Meinung ist
aber die Ansicht immer noch folgende:
A. Der Uebcrgang der Gefahr hängt von der beson-
dern Form und Natur der Verträge ab, und von diesen auS
ist auch die Anwendung auf andre Obligationen gemacht,
und in dieser Beziehung ist dann die Lehre von den qunsi-
contractus sehr wichtig. 24)
B. Auch daö Rcurecht hat seine Bedeutung zur Ab-
wendung der Gefahr.
6. Insbesondre ist zu untersuchen die Lehre von den
unbestimmten Obligationen — nämlich bei der obligatio in
genere, alternativa und conditionata.
Auch hier steht also AlleS im wohlverstandenen Systeme
des römischen RechtS.
»6 A. ES handelt sich hier um die Perfectio» der
Jnnominatgeschäfte mit und ohne Reue, ferner um die be.
nannten einzelnen Contracte. In Hinsicht auf benannte Con-
tracte ist eine besondre Lehre bei dem Kaufe vorgetragen, wobei
man annahm,'daß dieser Vertrag im Augenblicke deö consen-
sus vollkommen perfect sey, wenn nicht in genere oder alter-
native oder sonst konditionell verhandelt ist. In Hinsicht
auf Miethe, Gemeinschaft, Mandat, Depositum, Commo-
datum, PignuS genügt aber die Pcrfecrion nicht, sondern
eS kommen noch andre Rücksichten in Betracht. ES ist näm-
lich möglich
daß, ha der Weggebcnde nicht die Sache weggibt,
weder das periculura interitus noch deteriorationis in Be-
ttadjt kömmt, weil es sich davon überhaupt nicht handelt,
wie bei den drei letzten Verträgen.
24) Mit Unrecht sagt der Cod. Art. 1707. „Alle übrigen Ne-
geln des Kaufes gelten auch dem Tausch'-, denn dieser
Punkt ist von den Gesetzgebern nicht gehörig untersucht.

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