Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

Von der Verwaltung des CivilrechtS. 389
obgleich die letzteren ursprünglich städische Rechnungsführer
und Archivare waren, *6) und erst von Leo den tabellio-
nibus gletchgehalkcn wurden, *') verfertigten instrumenta,
Utachlen libellos, und beglaubigten testimonia.*8)
Besonders in Italien bildete sich eine eigene Schule
dieser Schreiber, welche einen Vorsteher (primicerius)
batten. Sie machten zuerst ein Concept (scbetia) und fer.
kigtrn darnach ein mumium aus, standen auch unter der
öffentlichen Aufsicht der Magistrate. Instinian hat iu
ber Novelle 44. noch besonderes darüber verordnet. **)
Im Uebrigen wurde durch dieses Institut die römische
BeweiSlehre nicht verändert, die NokariatSinstrumente hatten
keine besondre Bedeutung und die Zeugen sowie der Eid
kamen darneben vor. Pandekten und Codex sind davon erfüllt,
jedoch so, daß die Entwickelung der Obligationen und deSPro.
ieffeS ohne wesentlichen Einfluß der tabelliones vor sich ging.
AlS die Kirche bei der Darstellung des kirchlichen Pro-
zesses die notarii vorfand, und da sie den Zweck hatte,
sowohl den Prozeß, wie jede authentische Verhandlung auf
bie Seriptur zu gründen, wurde das Institut der notarii
wichtiger, und es ist kein Zweifel, daß die Kirche selbst
eigene notarios anstellte, und diese zum Protoeollführen
«nd zu den Notationen in ihrem Prozesse gebrauchte.
ES wurden denn auch die testationes, d. h. die Aussagen
gerichtlich vernommener Zeugen eonfignirt, und eS wurde
im Allgemeinen der Gedanke aufgestellt, daß ein durch No.
tarii beglaubigter Beweis besser sey, wie ein andrer.
Auch in Deutschland hatte man schon wegen dieser
kirchlichen Einrichtung Notarii; allein da man die Gerichte
bald alS eine Verhandlung cum actuario bildete, und da
bag römische Recht in dem oben angegebenen Systeme an.
genommen wurde, so wurden die Notarien in Deutschland
uur zu besonder» Zwecken gebraucht, z. B- bei dem Wech.
sclprotest 8°).

1, Z, §. 3, D. de tabulis exhibendis.
2?) I. 15. Cod. just, de decur.
^8) 1. P. §. 5. D. de poenis.
2s) Lollweg, römischer Prozeß S. 2o9.
3°) Viele behaupten auch und nicht mit Unrecht, die Ausbil-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer