Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

288 Vom EigenthumSerwerb an Liegenschaften.
Noch unrichtiger steht der Art. 2241. hier, der nur auS-
drückt, eine vernichtende Verjährung gehe auch gegen den Ti-
tel der Obligation, denn es ist klar, daß bloS die Klage aus
der Obligation verloren wird.
ß. 12-
Non der Unterbrechung des Besitzes.
DaS französische Recht hat in dieser Lehre folgende
Grundsätze!
I. Die natürliche Unterbrechung ist eine Tbatsache, wo
der Besitzer das facium und der zu einer Dienstbarkeit Be-
rechtigte die Ausübung des jus verliert. Gleichgültig ist eS
ob durch eines Andern Handlung, oder durch ein Naturer-
eigniß. Auf die Art der Handlung, ob sie violenta fcy,
ob sie von einem Dritten zugefügt werde, oder nicht,
kömmt Nichts an. Lwch ist sehr wichtig, daß der Besitzer
ein ganzes Jahr aus dem Besitze gekommen feyn maß, wo
eben daS französische Recht vom römischen gänzlich abweicht.4S)
II. Die bürgerliche Unterbrechung, welche in der Vor-
ladung vor Gericht, auch Friedensgericht, auch wenn daS
Gericht inkompetent ist, selbst vor einem Schiedsrichter4®)
geschieht: — noch mehr ein Zahlungsbefehl oder ein Beschlag
wirkt gegen die Verjährung. Besondere Vorschriften über
den Gang des Prozesses sind natürlich hier nicht wie im
römischen Rechte gegeben.4i) Ebendcßhalb gilt cS auch
45) Art. 2243. Diese Dinge lagen im Gewohnheitsrecht vor,
aber die orateurs du gouveruement J. ©• Bigot de Preame-
neu philosophieren darüber.
46) Troplong Nr, 66l. 594.
47) Bei der usucapio erfolgte die Unterbrechung mit der res ju-
dicata. Erfolgte diese nicht, so hatte die litis contestatio
keine Bedeutung; erfolgte aber die res judicata so konnte
schon von der litis contestatio die Ersitzung nicht ablaufen.
Bei der praescriptio sollte schon die litis contestatio unter*
brechen; wenn aber keine res judicata folgte, so sollte eine
neue Verjährung, und zwar durch die Bestimmung der Kaiser
in der Regel als Verjährung der res litigiosa, oder actio,
seit TbeodoS mit 30 Jahren, seit Justinian mit 4o Jahren
vor sich gehen 1. 9. Cod. 7. 39. Im Uebrigen gab es in
der alten Zeit der usucapio keine allgemeine Klageverjäh*
rung. Dieselbe wurde seit Theodos II. auf die praescrip-
tio, die damals prädominirte, mit Recht angewendet. S-
mein Lehrbuch des gem. d. Civilr. §. 267.

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