Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

276 Dom EigenthumSerwerb an Liegenschaften.
Zuletzt wird mit Rücksicht auf dir äesiinslio bestimmt,
daß auch Kaninchen, Fische, Tauben, die in unsre Behäl-
ter kommen, sofcrne keine krsus dahinterliegt, unser Eigen-
thum werden —
§. s.
v. Don der Ersitzung.
Der Cocte setzt überall voraus, daß der Vormann Eigcn-
thümcr der Liegenschaft sey, und daß, wenn er eS nicht ist,
der wahre Eigenthümcr sein Recht allgemach verliere. So
hätte die Verjährung als ein vernichtendes und befreiendes
Institut durchaus aufgefaßt werden können; allein dieser
Gedanke ist im reinen Privatrechte sehr hart, wo Alles res
merse facultati« seyn sollte, und so hatten ihn die Römer
nur bei einigen einzelnen Klagen angewendet.
Natürlicher erschien den Römern die Ansicht, daß der
Besitzer durch die Fortsetzung seines Besitzes unter gewissen
Umständen'') zuerst Formalitäten vernichte, außerdem aber
auch das Recht des EigcnthümerS erlange.
DaS französische Recht hat keine allgemeine Vernichtung
der Rechte angenommen, jedoch eine allgemeine Verjäh-
rung der Klagen, und eine Vernichtung des Nießbrauches
und der Servituten durch Nichlgebrauch zugelassen: dar-
neben aber wohl die römische Erwerbung des EigenthumS
an Liegenschafteu und gewisser Rechte daran gestattet.
Mit Grund wird man also dabei bleiben, die Ersitzung
hieher zu stellen, und die Vernichtung gewisser Rechte durch
die Zeit lediglich bei den Klagen und Dienstbarkeiten vor-
zutragen.
Allerdings läßt sich der Verjährung auch eine allgemeine

i4) Art. 564. wegen Bienenschwärme s. Zachariä §. 200. und
badisches Landrecht 664 a.
'6) Diese Umstände waren immer die Hauptrichtung der pos-
sessio civilis bei den Römern. Allein die Franzosen dachten
sehr verschieden z. B. der Tribun Goupil Prefeln in
seinem discours au corps legislatif: la prescription est 1®
conscquence de la presomtion du titre de la propriete»
Andre sagten: celui, qui possede» doit etre le maitre, et
que l'ancien proprietaire n’a pas ete prive de la possession
saus de justes causes.

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