Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

262 Von t der Natur des EigenthumS an unbeweglichen Gütern.
bestimmt, eine Aussicht zu gewähren (v»es AuSsichlfenstcr).
Die Fenster der lctztern Art stehn, im Verhältnisse zu dem be-
nachbarten Grundstück betrachtet, diesem Grundstücke entwe-
der gegenüber (vues droites) oder zur Seile (vues de cote)
je nachdem die Mauer, in welcher die Fenster angebracht sind,
entweder der Scheidlinie zwischen beiden Grundstücken paral-
lel lauft, oder mit dieser Scheidlinie einen Winkel bildet.
Auch sind die Llchkfenster kleiner, die Aussichtfenster aber
der Natur des Gebäudes entsprechend.
ES ist nun so zu unterscheiden:
I. Bei einer Scheidemauer gilt daS römische Prin-
cip in der Art, daß keiner der Berechtigten ohne Zustim-
mung dcS Ander» etwas thnn darf. ")
JJ« Bei einer Grenzmaucr kann der Eigenthümer
wohl sein Recht auSüben, aber ohne constituirte Servitut
nur unter folgenden Beschränkungen:
»1 gours, d. h. Lichlfcnstrr kann man nur haben, wenn
sic geschlossen und vergittert sind, auch wenn sie unmil-
tclbar an daS Grundstück des Nachbars stoßen. B9) Bei
Zimmern auf ebener Erde müssen sie acht Fuß, bei andern
6 Fuß über dem Zimmerboden erst «»fangen,
b) vues, d. h. Aussichtfenster (daher auch Erker und an-
dre Vorsprünge) darf mau geradezu haben, wenn deS Nach-
bars Grundstück ringeschloffen ist oder nicht, sofern zwischen
der äußersten Linie deS Gebäudes oder des Vorsprungs und
zwischen der Grenzlinie deS benachbarten Grundstücks ein Ab-
stand von ISDecimeter (6 Fuß) ist. Seitwärts muß die
Entfernung 6 Decimeter oder 2 Fuß fein. 10°) In dem ersten
der beiden Fälle nimmt man an, daß man an die Regel nicht
gebunden fey, wenn die Mauer auf einen öffentlichen Weg
auf die Straße führe 101) In dem zweiten Falle soll dicS
Nicht eintreten 1°*). Diese Unterscheidung geht nicht auf
die offenen Erker gegen die öffentliche Straße-
9») Cout, de Paris art. 19q. Cod. art. 675,
9.9) S- Art. 676. wo die Eisenstäbe genau bestimmt sind.
10») Art. 67s — 6so.
Id) Viele Häuser in den Straßen würden ja sonst keine Lichte
fenster haben.
102) Weil die vorige Schlußfolge nicht statthat. Pardessus
Nr. 204, 237. 292. Toallier III. 528, Duranton V, 412

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