Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

Von der Natur des Eigenthums an unbeweglichen Gütern. 261
Wichtig ist noch/ waS zu machen scy, wenn ein Eigen-
thümer zweier Grundstücke solche Anlagen gemacht har, weil
er Herr von beiden ist, ob bei dem Verkaufe derselben der
neue Besitzer eine Abänderung in diesem Geiste verlangen
kann, da er sich wegen dieser Mängel, die sichtbar sind, hätte
sichern sollen.") Endlich wird auch hier die Verjährung
eintretcn, die als 30 jährige in dieser ganzen Lehre auS dem
alten deutschen Rechte angewendet ist? 9i)
§. 19.
Recht der Aussicht und des Lichts. (Vue, jour.)
Der Code nimmt hier Rücksicht nicht bloS auf die
Scheidcmauern, sondern auch auf die Grcnzmauern, und macht
ganz eigene Vorschriften, und man sieht hier recht genau, wie
vorzüglich das römische und französische Recht sich voneinan.
der unterscheiden 9°). Daö erste läßt nicht nur jedem Eigen-
thümer einer Mauer das Fensterrcchr als eine nothwendige
Erscheinung seines EigenthumS zu, sondern gibt auch bei ei-
ner gemeinschaftlichen Mauer jedem Einzelnen das Recht,
Fenster anzubringen, wenn keiner der andern Theilhaber wi-
derspricht, sondern jeder vielmehr einwilligt. Im römischen
Rechte liegt überall dag allgemeine und feste Princip auS der
rationellen Entwickelung genereller Begriffe zu Grunde 91).
Im französischen Rechte steht die Sache so:
Die Fenster in einer Mauer sind entweder blos bestimmt,
ein Gebäude zu erhellen O'ours Lichtfenster) oder zugleich
94) Specielle willkiihrliche Servitut durch Destination.
95) Offenbar ist dies eine sehr wichtige Seite der neben der rö-
mischen Verjährung gehenden Deutschen.
96) Das Fenster, und Lichtrecht nach römischem, gemeindeut-
schem, preußischem und französischem Rechte von Fahne
Berlin 1835.
97) Wer nach römischem Rechte ein besondreS Recht haben
will z. B. daß der Nachbar keine Fenster mache, oder nicht
auf ihn bcraussche, oder daß der Nachbar nichts thue, da-
mit der Eigcnthümer volles Licht- und Fensterrecht habe,
der muß sich eine Servitut constituiren, und in der letztren Hin-
sicht entstehen die servitutes luminum, ne luminibus offi-
ciatur, und wie uns scheint das Recht, daß der Nachbar
nichts thue, unser Licht zu verändern, sondern vielmehr eS
frei gewähre, (lumina nostra excipere). Wer unsre Fen-
ster nicht verbauen darf, den drückt die servitus fenestrarum.

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