Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

252 Von der Natur des Eigenthums an unbeweglichen Gütern.
llcies gleichsam bestimmen/ wobei man annahm/ e6 sei Lock
eine Art von gemeinsamem Rechte da, welches man nur besser
nach römischer Weise hülle unierscheiden und aueführen sol-
len: — im andern Falle aber wollte man, da man doch auch
schon von den Bauten aus den Dörfern gesprochen Halle, das-
jenige mit in Betracht nehmen, was hier die Hauser und
Grundstücke mir ihren Appcninenzen abgrenzl und abschlicßl,
so daß mehr eine Rcchröanalogie, als ein historischer Zu-
sammenhang entscheidet, weßhalb auch schon oben vom letz-
teren Falle die Rede war.
I. Die römische Lehre von der superficies tritt in
dem Code sehr verändert auf. ,u)
a) Rach dem Art. 552. sollte man glauben, daß der-
jenige, der auf einem fremden Boden ein Gebäude errichtet,
dieses Gebäude zum Eigcnthume des Herrn deS Grund- und
Bodens mache. Ob dann nur der letztre Herr oder ob auch
der Erbauer, der sich durch einen Vertrag eine Art von
Eigeuthum verschaffen kann, daö HauS zu verpfänden im
Stande ist, wird sehr gefragt besonders in Deutschland,
wo solche superficiarische Rechte bestehen. Wir zweifeln
nicht, daß auch hier das nicht wicdcrsprcchcnde römische
Recht seinen guten Grund habe, und daß der Superficiak
das HauS. wie sein Eigeuthum, zu genießen, zu verkaufen
und cS zu verpfänden, das Recht haben werde.Da die-
ser Fall im Code selbst nicht entschieden ist, und die Aus-
dehnung nach dem jure stricto zu großen Jneonsequenzen
führen würde, indem z. B. ein Pfandgläubiger um sein Recht
kommen könnte, so war eS nöthig, der Sache hier zu gedenken-
b) In dem Art. 66t. ist die Rede davon, wenu ver-
schiedene Stockwerke eines Hauses verschiedenen Eigenlhü-
mern gehören, wo nach römischen Rechte abermals eine
superficies vorkömmt, die Bestimmung des Code aber eige-
nen Gebräuchen folgt. Der Code nimmt hier eine fonder-

70) Proudhon im achten Bande seiner Lehre vom us»5kru<!t>is
behandelt auch die superficies und nimmt gerade zu an, daß/
obgleich der Lode die Lehre übergangen habe, sie doch
verschiedenen Departements von Frankreich bestehe, und rein
aus dem römischen Rechte erklärt werden müsse.
71) Meine Zeitschrift H. S. 404.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer