Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

18 lieber das römische und über daS neuere System der Verträge
eine Theil nicht erfüllen wolle oder könne, 10) und in den
Code ging dann die Lehre als ein diöposilivcr Satz für alle
zweiseitigen Verträge über-
Nach Polhi er hatte die Sache noch etwas für sich,weil
dem Richter ein sehr ausgedehntes arbitrium über die Gül-
tigkeit eines Vertrags erst zu erkennen gegeben wurde: im
Code aber wird der perfecte Vertrag durch diesen Vorbe.
halt imperfect, eine neue Quelle für Streitigkeiten eröffnet,
und dasjenige, was die Römer nur bei ungenannten Real-
contracten und zwar nur, wenn re8 noch integra war und
in einem Geben bestand, gleichsam zur Selbsthilfe
dcü Betheiligten nach dem alten Condiclioncnsysteme
offen liefen, zur Regel erhoben.
ES wäre dadurch sogar möglich, daß bei einem Vertrage,
der in fortgchendcr Leistung bestünde, durch daS Aufhören
der Leistung ein Grund der Revocation stattfände: und das
Princip selbst höchst unvollkommen in den Code gelegt kann
die Natur der Verträge nur verwirren und nicht regeln.
§. 11.
Deutsches System.
Ein Theil unsrer Juristen war etwas weich: man nahm
bei natürlichen Pflichten eine actio in kactum des canoni-
schen RechtS oder mit Weber unserS NaturrechtS an und
brachte alle Verträge dahin-
Aber gewiß ist doch, daß der Richter den concreten
Fall erst in Berücksichtigung nehmen muß. Besser wäre
noch, wenn ihm bestimmte Regeln zu geben wären.
Nach unsrer Ansicht bestehen diese darin:
1) die Realverträge bleiben auch mit den unbenann-
ten Richtungen derselben,
2) aber auch zu den Consensualverträgen kommt die un-
genannte Richtung, daß, wenn die Partheien eine in der
Art zu beweisende Erklärung gemacht haben, wornach sie
in jedem Falle zu haften und daS Interesse der Obligation
10) pothier des obligations tom I. p. 2. eh. 3. art. 2.
(151. der Ausgabe l. Bandes von Bernardi) p. 3. eh, 7.
art. 2. (2. Bandes 141.)

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer