Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

17

und über Obligationen überhaupt.
sc» Grundsatz gebaut und daher sehr unvollständig. Die
Vorarbeiten, welchen Pot hier folgte, waren nicht die un-
mittelbaren Quellen deS römischen RechtS, sondern die Schrift-
steller dcö sicbcnzehnten Jahrhunderts, wie z- B- Domat
und noch weiter zurück in einzelnen Materien z.B. bci Sammt-
vcrbindlichkeitcn, uncheilbaren Obligationen, Interesse u. s-
w., MolinäuS (Dumoulin) und so fand er ein von den
Römern verschiedenes System, welchem er sich anschloß.8)
Schon der genannte Dumoulin hatte, wenn auch in ei-
ner unfruchtbaren Zusammenstellung manches Bessere aus
dem römischen Rechte zusammen getragen, und ihm verdankt
der Code in der That das Feinste aus dem Obligatio,
ncnrechre. Schon die Begriffe über den Gegenstand der
Obligationen (Geben und Thun) wenn auch nicht römisch
aufgefaßt, die Lehre von der aestimatio obligationis mit
dem Satze, daß die Execution nur im Gclde geschehen kön-
ne, die Verschiedenheit der untheilbarcn Obligationen und
des UebergangS auf die Erben u. s. w- ®) — eben der all-
gemeine Theil der Obligationen ist tiefer im Code alS in
den andern neueren Gesetzgebungen. Aber die einzelnen
Verträge sind unvollkommen, und eS finden sich viele, die
man nicht classificiren kann.
In der Lehre von den Bedingungen war man auf die
Resolution aufmerksam geworden, dir bei den Römern be-
sonders bedungen fein mußte: und Pothier meinte, daß
dann die Auflösung eines Vertrags wie bei dem «iolus durch
eine richterliche Reßciffion möglich sei: besonders wenn der

8) Dumouiio hielt sich an die deutschen Institute und nahm
nur die der besseren Cultur entsprechenden Lehren deS rö-
mischen Rechtes an: an unbeweglichen Sachen folgte er dem
Systeme der Lehen, Zinsgiitcr, dein Unterschiede der Im-
meuble’» im Allgemeinen, und ließ das römische Eigenthum
bei Seiten — das Famiiienrecht war ohnedies modern: und
nur daS römische Obligationenrecht behandelte der Meister deS
neueren französischen Rechtes. Domat unterschied auch nur
die römischen enga{;ements und successions (droit ecrit) und
Pot hi er sah wohl so ein und das andremal in die Worte des
Cujacius, mehr aber noch in feine hier genannten Vorgänger.
S) Manches ist nicht befriedigend, aber doch mit Umsicht erwo-
gen, z. B. bei den alternativen Obligationen u. f. w.
R o ß h i r t, Zeitschrift. Bd. IV. Heft 1. 2

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer