Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

Vom Besitz tm Allgemeinen. 221
Anführung deS Titels gehört. Streitig wird freilich nach der
bisherigen Vorstellung der Franzosen immer bleiben, ob die
Anführung dcö Titels nölhig sey, oder nicht. Die bessere
Rechtsbildung wird natürlich immer, auf die wahre Theorie
hinarbeiten.
§. 14.
Don der Erwerbung des Besitzes zum Zwecke der
Ersitzung bei den Servituten.
I. Die servitutes continuae werden durch 30 jähe-
sten Besitz erworben.
II. Die andern Servituten können dnrch Ersitzung gar
nicht erworben werden.
III. Der ususfructus und usus wird von Vielen als
eine Liegenschaft selbst angesehen/ und soll in 10 und 20
Jahren erworben werden. **)
ad I Bedarf eS keines Titels. Einst in dem Rechte
der contumes z. B- der von Paris war keine Ersitzung oh-
ne Titel möglich; allein der Code stellt die Sache anders
auf-2).
ad II. ES hat einige französsifche Schriftsteller gege-
ben, die behaupteten, ein colorirter Titel könne auch hier
zur Verjährung führen: und die sich dann nur um die Zeit
ber Verjährung stritten. *3) Allein sowohl in den contu-
wes der französischen Geschichte, alS im früher» Rechte der
Franzosen, im Allgemeinen findet sich nichts AehnlicheS,
Und dies ist die Ursache deS Art. 690. des Code. Der Ti-
tel des EigenthümerS deS dienenden Guts führt an sich zum
siecht, und der Titel eines Andern alS des EigenthümerS
ist deßhalb ohne Erfolg, weil die Franzosen überhaupt die
römische Begründung der Servituten, wenn der Bckheiligte
sie neque vi, neque clam, neque precario erlangt habe,
auf keine Weise zuließen. Sie nehmen vielmehr an, daß

50) Art. 690.
51) Proudhon tom 2. Nr. 751. Toullier t. 3, Nr. 393. Du-
ra n ton t. 4. Nr. 502, Troplong II. 855. u. f.
^2) Troplong pag. 439. Nr. 856.
^3) Toullier und Favard lN 30 Fahren Delyincourt
und Duranton in io und 2o Fuhren.

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