Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

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Vom Besitz im Allgemeinen.
der Juristen ein. Soweit sich im Vorprozesse für den Stand.
Punkt des Beklagten eine Ansicht abgewinnen, und dadurch
dag Recht des Klägers hcrvorheben läßt, muß es auch
bei uns von Wirkung ftyn, indem eS sonst dahin kommen
könnte, den Besitz ganz abzn sch affen, was ein Rück-
gang in der Ausbildung des Rechts wäre.
8- Die Römer haben wohl auch bei den Realservitu-
ten der angegebenen Art nicht aus einer Handlung den Besitz
zum Schutze constikuirt: allein sie haben eine gewisse Zeit und
gewisse facta angenommen, die ja im französischen Rechte
schon dadurch gegeben sind, daß eine gewisse Dauer dcS Zu-
standes im Besitze vorgeschrieben ist.
ES steht also zweierlei fest. ,
a) daß eine Reihe von Handlungen da scyn müssen,
b) daß der Titel, wenn er verlangt werden sollte, wie
z. B. in der badischen Prozeßordnung höchstens nur pro co-
loranda possesgiono angegeben und wahrscheinlich gemacht
zu werden braucht. —
In Frankreich, sowie auch im Großbcrzogthome Baden
gibt eS indeß drei Theorien in dieser Lehre:
a) diejenige, welche unbedingt die Besitzschutzklagen bei
unverjährbarcn Realservituten verwirft, wozu TroplonK in
Frankreich, Planck in Deutschland sich bekennen.
b) diejenige, wonach pro coloranda p088C88ione die
Anführung eines Titels verlangt wird, wofür Me Hi» und
TouHier40) in Frankreich, Zachariäjetzt in Deutschland
sicherklärten. In dieser Richtung hat daS badische Prozeßge-
setz die Sache so genommen, als müsse auch der Titel voll-
kommen bewiesen seyn-
c) diejenige, wonach ohne Titel die Anwendbarkeit der
Klagen angenommen ist, welche tlenrion de Panseyi
der überhaupt dem römischen Rechte am meisten folgte, ver-
thcidigt.
Diese Theorie ist nicht nur die consequentcfte, sondern
läßt'.sich auch recht gut mit dem Texte selbst vereinigen,
wenn der Betheiligte die Absicht, ein Recht auSzuüben, auS
verschiedenen Umständen darthut, wozu natürlich auch die

50) III. 715.

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