Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

204 Vom Besttz im Allgemeinen.
verjähren können, weil er die Sache vergüt! stigungS-
wcise besitzt **): aber dies ändert doch nichts an dem Schu-
tze feines RcchtS, und daher ist er in dieser Beziehung kei-
neswegs mit dem Pächter und Depositar zusammenzustellen;
allein Folgendes steht solchen Personen entgegen, daß sie
ihren Besitz sowohl an der Sache, wie am Rechte nur ver-
günstigungswcisc haben, und sie daher den Besitz nicht, wie
ans einen das Eigenthum gebenden oder sichernden Titel ver-
folgen können, wobei es denn freilich sehr bedenklich ist, ei-
ne vorläufige und dcfinilive Verhandlung der Sache zu un-
terscheiden. Die Frage, ob bei dem Faustpfande eine Be-
sitzschutzklage stattfinde, ist zu verneinen, weil wir dieselbe
bei beweglichen Sachen abgeschlagen haben. Allein auch bei
einem antichretischen Vertrag hat der Besitzer die Interdic-
te nicht, freilich nicht wegen einer klaren Bestimmung, da-
her doch viele daS Gcgcnrhcil durch die Ausdehnung auf die
Natur der Liegenschaften annchmen wollen, allein, daß man
den französischen Besitz in das Reich der Obligationen nicht
übertrug, folgt zwar nicht daraus, weil im Ganzen im fran-
zösischen Rechte Alles eine Obligation ist, aber doch daraus
das der Vertrag an sich keine Rechte und keinen Besitz
gegen Dritte erzeugt. Gewiß haben den Besitz der Ehemann
als Verwalter der Güter seiner Frau, 36) und diejenigen,
die in den Besitz der Güter der Abwesenden gesetzt sind. 3')
b) Bei dem Besitze zum Zwecke der Verjährung ist vor-
erst anzunehmen, daß nur daü Recht zur Sache selbst in
Betracht kömmt, d. h. auf daS jus utendi fruendi et dis-
ponendi über die Sache gesehen wird, alle andern Ver-
hältnisse dcS Besitzes gehören nicht hieher, daher denn auch
die capacite strenge auf die EigenthumSfähigkeit, und die
Begründung deö Rechts auf einen besonder« Titel zu stellen
ist.
DaS Resultat auS dieser Ausführung ist, der Besitz im
französischen Rechte hat eigentlich nur drei b esondre Rich-
tungen, nämlich:
Sä) Art. 2236.
26) Art. 1428, i54o.
27) |£>0*eine Bcfitzübertragung mit dem Besitzschutze an den xre-
cano rogatus stattfinde, ist sehr streitig.

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