Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

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Vom Besitz im Allgemeine».
eine untechnische die Ausübung von dem Rechte selbst dazu
vorläufig unterscheidende Bedeutung. Es wird hier ledig,
lich präsumirt, u»d der Gedanke ist nichts weiter/ als die
Präsumtion im Gegensätze der definitiven Nachweisung/ und
die Lehre gehört daher gar nicht in den Befitz Auch wenn
der Befitz als die Grundlage des EigenrhumS erkannt wird/
so ist dies nur eine allgemeinere Ansicht vom Eigenthume/
welche in gewissen Fällen wie z. B. im publicianischen Rechte
der Römer die Früchte gewährt *3) - aber keineswegs die ju-
ristische Racur deS Besitzes bestimmt.
Mehr aber noch ist die Lehre vom Besitz bei der Be,
fitzschntzklage deßhalb streitig/ weil besondere Rücksichten auf
Subjekt und Objeet hier stattfinden. Sicher nämlich ist/
daß dir Franzosen eine capacite verlange»/ die hier noth.
wendig nur das allgemeine Recht zum Prozeßführcn bedeu-
tet/ so daß/ wer wegen des Eigcnthumö nicht Proeeß führen
kann, cö auch wegen des Besitzes nicht kann, sieh Art. 538.
540. 714. — freilich sind gerade hier Einige andrer Mei-
nung, und wollen hier den Besitzschutz zulasscn, wenn auch
die Verjährung nicht eintrete. Aber cS ist nur soviel wahr/
daß/ wo rin Zweifel seyn kan«/ ob der Gegenstand auch in
commercio singulorum sey/ die Besitzklage wird zugelassen
werden müsse»/ weil die Verhandlung aller Rechtszuständig-
keiten sin den petitorischen Prozeß gehört. In objektiver
Hinsicht gehören auch die beweglichen Sachen nicht hieher,
weil nur bei gestohlncn und verlornen ein Anspruch über.
Haupt stansindet/ und hier andere Rechtsmittel gegeben sind/
obgleich einige behaupte»/ daß da/ wo Eigenthum denkbar
scy/ auch ein Besitz gedacht werden müsse. Natürlich sollte
Man nicht annehmen/ daß in solchen kontroversen Punkten
der Richter die Besitzklage abwcisen könne/ vielmehr er die.
selbe auü natürlichen Gründen petitorisch auffassen müsse. *4)
Noch größer ist der Zweifel/ ob die Nutznießung/ Nutzung u.
Wohnung hieher gehöre. Ein Nutznießer u. s. w. soll nicht

26) Art. S‘i9.
24) Auch hier hat die badische Gerichtsordnung, die den; Besitz
auch an solchen beweglichen Sachen zu verbieten scheint/
ein'e große Lücke.

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