Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

ros

Vom Besitz im Allgemeinen.
suchung im Rechte möglich. Ebendeßhalb ist anfsich der De-
sitz im französischen Rechte viel weniger bedeutend Hwieffim
römischen, und hat nur den Zweck, daß man in gewissen
Verhältnissen durch einen leichteren Prozcßgang zur Aus-
übung deS Rechtes gelange. —
§• 7-
Von dem Unterschiede des Besitzes nach seinen bei-
denWirkungen in den Besitzschutzklagen und in
der Verjährung,
l. Im Allgemeinen.
ES ist sehr zweifelhaft, ob ein allgemeiner Begriff deS
Besitzes für beide Verhältnisse gegeben sey, denn von den
Besitzschutzklagen kömmt im Code civil nichts vor: allein
man muß rS doch annehmen, schon weil die Ranir deS Sy-
stems es foderr, und eS muß daher auch so angesehen werden,
daß man im Ganzen einen allgemeinen Begriff gibt, in einzelnen
Punkten aber nach der Intention deS Gesetzes davon ab-
weicht. ai)
A. Besitz im Allgemeinen ist wohl insoferne ein theo-
retischer Gedanke, wie im römischen Rechte, aber praktisch
nicht zu gebrauchen, wie im römischen Rechte, denn
a) bei den possessorischen Klagen ist der Besitz tech-
nisch die einjährige Jnnhabung der Liegenschaft oder
eines gewissen RcchtS daran. Wenn auch sonst noch im
Code vom Besitze die Rede ist, so bedeutet dieses nur die
Ausübung eines Rechtes, wie z. B. im Art. 196. bet dem
Besitze deS Ehestandes, bei dem Besitze der ehelichen Kind-
schaft. 3l) Dafür gibt eS keine Rechtsmittel und eö ist dies

2>) Der Art. 2228 hat eine allgemeine Desinition, die jedoch
uns nach lit A. nur theoretisch erscheint, jedenfalls aber
nicht so genommen werden darf, als ließe sich der Besitz als
Grundlage der Klagen darunter fubfumiren.
22) Art. 320. Jetzt wird die Sache im französischen Rechte
,, nicht einmal mehr prozessualisch genommen, wie oben angc-
f zeigt ist, sondern hier ist der Besitz in der Thal ein un-
j technisches Wort welches nur noch aus dem alten RechtS-
und Sprachgebrauche übrig ist, aber durchaus keine techni-
sche und praktische Bedeutung mehr hat.

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