Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

198 Dom Besitz im Allgemeinen.
j / französischen Rechte gar keine Bedeutung. Gäbe eS keinen
bcsondern Verjährungsbesitz, wäre der einjährige Besitz das
Recht selbst; dann wäre die Sache anderö/ aber der Ge-
gensatz zur Verjährung bringt die Lehre in den Standpunkt
des römischen RechrS, und der französische Besitzproceß läßt
nur in dem Beweise aber nicht weiter, also nicht in derKlage
I und dem petitmn auf die Richtung deö Jahres Bedacht
I nehmen Darüber sind auch alle französischen Schriftsteller
' mit uns übereinstimmend und nur eine falsche Wortinlcrprc-
tation geht weiter.") Am meisten aber entspricht dieser
Richtung daS abgekürzte Verfahren des badischen ProcesseS-
Wenn sich der «intus causae aus der Verhandlung des ers-
ten TermineS heauSstellt, |fo liegt die Sache klar vor- und
eS ist keine sogenannte Klagänderung da.
1 ad b. Bei den Rechten kömmt AlleS auf den Gegen-
« stand der Rechte an. Die Franzosen rechnen dazu
«) die Nutznießung — Nutzung und Wohnung. IS) He-
ber die Emphyteusis ist man sehr im Unklaren, der Code
bestimmt Nichts darüber, und jedenfalls kann nach unsrer
1 ?Neinung der Besitz sich hier nur auf dem Titel gründen,
i weil zugleich auf die Erblichkeit des RechtS geschlossen wer-
den soll. I6) Die superficies ist eine Art von Eigenthum
i und es finden hier die angegebenen Rechtsgrundsätze statt.
{ Bei den eben angeführten drei Rechten kömmt eS nicht so-
wohl auf die Besiyhandlungen an, die zur Grundlage deS
Besitzes genommen werden müssen alS vielmehr auch auf
den Titel, wovon weiter unten die Rede sein wird. In
Frankreich gibt eS keinen Unterschied deS dominii directi
et utilis, anders im badischen Rechte, wo ja auch daS Leh-
enrechr noch besteht, und also auch ein Lehenbesitz alö Eigen-
thumsbesitz noch denkbar ist. Die Grundrenten sind auch bei
*4) Art 23. des Code de proced. Auf die Formulare (sieh z.
B. bei Delapoite unter Posscssoire) kömmt gar nichts an;
eS wäre dieses nichts andres alS der alte Formularproceß
der Römer der auf keine Weife in unsre Bildung und in
das Verböltniß der Billigkeit paßt, wenn nur die Sache
selbst dargcthan ist.
15) Ob hier ein Besitzschutz stattstode, ist freilich streitig. Da-
von weiter unten.
16) To ul 1 i e c lib. II. ch. II. sect. V

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