Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

Dritte Abhandlung.
Von den Gesetzen und von den Rechtsqnellen nach
dem Code in allgemeiner Einleitung.

Gesetz. Gewohnheit.
^S3ie die Sille des Lebens die Grundlage des Rechts
wurde, wer will rS untersuchen? Diejenigen, welche Alles von
der Sitte alS dem VolkSrechle ausgehen Nassen, vermische»
zwei Dinge, einmal daß ohne Staat kein Volk ist, und im
Staate das Recht von diesem und nicht vom Volke auSgebt,
während wohl außerdem auch ohne Rücksicht auf den Staat
das Volk etwas im Staate ist, nämlich für religiöse, sitt-
liche, wissenschaftliche, gewerbliche, politische Freiheit, Lehre
und Ordnung in welcher Beziehung eben ihm keine unmit-
telbare Quelle des RechlS geöffnet ist, daö andremal, daß
wenn das Volk für sich d. h. nach Ständen oder Orten ver-
einigt eine Rechlssitte bildet, dieses nur als Vertrag da
Bedeutung hat, wo dem jus publicum des Staats nicht ent-
gegengcwirkt wird.
Können wir daher die Savigny'fche, Puchta'fche
Lehre vom Gewohnheitsrechte keineswegs für richtig halten,
so tritt dieö am augenscheinlichsten in den neueren Gesetzge-
bungen hervor; der Code denkt im allgemeinen gar nicht an
das Gewohnheitsrecht, sondern läßt das Gewohnheitsrecht
nur als Particularrccht bei den Servituten und bei dem
Mielhvertrag zu'): dann werden in Handlungssachen und
HandlungSgerichten die Gewohnheiten respeetirt, und folg-
lich überall, wo daS Standcöwesen und die Ortsrichtung
eine solche subsidiäre Quelle ausdrücklich verlangt, und eS
t) 6cde civ. art. 645, 650. 663. 671. 6;4. 1 6 — 5t. 58. 77.
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