Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

8 lieber da- römische und über daS neuere System der Verträge
weder das Real- noch daS förmliche System annehmen
wollte, materiell von den einzelnen Arten der Verträge
zu handeln, also z. B. bei den zweiseitigen Verträgen mit
dem Kauf anzufangcn, aber zum Auögange jeder Lehre den
allgemeinen Standpunkt der übrigen unbenannien Verträge
anzunchmen und zwar gerade nach den Grundsätzen der Römer-
a) in der Form als einseitiges Versprechen d. h. als
klare Intention den Schaden zu tragen d. h. die aestima-
tio zu übernehmen
b) in der Sache als Leistung und Gegenleistung, wenn
die erste erfolgt uud angenommen war.
§- 7.
Einige Bemerkungen zu dem neueren Systeme.
Einige Punkte Härten uns schon längst auf die ver-
wirrte Lage unserer Ansichten aufmerksam machen sollen:
A. Immer hat man die Art, den Vertrag zu beweisen,
für die BasiS der Constatirung der Verträge angesehen.
Zurückgckchrt in die reinere juristische Richtung des römi-
schen RechtS, freilich mit einiger Zuthat aus dem Eide deS
kanonischen Rechts, hak man angenommen, das sey ein
Vertrag, wo die von beiden Theilcn erklärte Sicherheit der
Intention bcwciöltch hergcstcllt werden könne. ES gab also
kein Princip für die Verträge, sondern nur einen unsiche-
ren eventus rerum. DaS Princip war die rationelle
Ueberzeugung des Richters, ein Punkt der Geschworenen,
nicht der Jurisprudenz. So ist das französische, preusische,
und österreichische System aufgesührt, und daS Gute dabei
ist nur, daß der Richter auf feinen Tact, statt auf seine
Theorie angewiesen ist, in einem guten Rechte aber wird
seine Theorie zum richtigen Tacke werden.
B. Rur bei den pactis de contractu ineundo war
man sehr zweifelhaft, zumal da der Vertrag zur Eingehung
cincS mutui nicht mehr seyn konnte, alS die oblatio mutui,
die von dem andern Thcile nicht angenommen war, oder
worüber wenigstens der Offerent in Hinsicht auf die An-
nahme noch keine Kcnntniß hatte. Gesetzt nämlich, die
Verbindlichkeit wäre auch im ersten Falle durch die gegen-
seitige Erklärung da, so fragte sich ja noch, in welchem

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