Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

149

H, Geschichte des Code.
seitigen Vertrag als eine» bedingten ansah, dadurch die rö-
mischen Nominat- und Jnuominatverträge auf ein Gebe»
verwechselnd.
3) Am vorzüglichsten ist Pothier'S Werk, da wo er
dem Molinaeus nactischrieb, über Solidarobligationen
Und über untheilbare Obligationen. Hier ist JVIolinaeus
unter den Alten am weiteste» gekommen, aber in Deutsch-
land hat man jetzt doch eine bcßcre Grundlage geschaffen.
Man unterscheidet a) die untheilbare obligatio der Natur
Nach, b) die untheilbare obligatio in gcncre oder alle, na-
tiva, wo Alles von dem wertlos der Klage abhängt, <;) die
oblig-a(io auf ein faclmn individuum, welches, wen» eine
Conventionalstrafe angchängt ist, in dieser Beziehung solida-
risch wird, d) die Corrcai. und Solidarischen Obligationen
kraft Vertrag und Testament auf der einen, und kraft deS
Gesetzes auf der andern Seite, e) die unkheilbaren obliga-
tionem in solulione wie j. B^ bei der Natur des Pfandrechts.
4) Nu» kommen die bestätigenden Obligationen, na-
mentlich Cantionen und Pol hi er läßt sich auch nach seiner
pracrischen Methode ans die nicht römischen, sondern französi-
schen Obligationen ein, welche im allgemeinen vollzngSmäßig
eingegangen werden, oder wo sogar ei» Vollzug am Körper
Möglich ist.
Alle diese Dinge haben im Code ihre vollkommenste
Stellung gefunden. Ohne Po (hier ist der Code nicht zu
erklären. Der zweite Tbcil deö Werkes von Pothier ist
über die SolutionSarkcn der Obligationen durchaus römisch,
diesem sind die Beweise der Conlrahirung und Solvirung bei-
stesügt. Uebcrall sind die Verfasser deS Code hier auf ihn
zurückgegangen. Wir glauben wohl, daß der Code so ab-
Sefaßt ist, daß die beßercn Ansichten deS römischen Rechts
auch jetzt auf ihn anwendbar sind weil er kurz ist, der Bil-
ligkeit zusagt, und der civilistische Geist sich bald in jedes
Zivilrecht sindet, aber der Erklärer deS Code darf niemals
dre Schriften Pot hierS übersehen.
Nicht weniger ist dies der Fall bei dem befondern
Theile der Obligationen. Gar oft haben die Germanisten
sich auf den Code berufen als in der Thal die beste Quelle
desjenigen, was man vom germanischen Rechte beibchalten

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer