Full text: Volume (Bd. 4 (1842))

und über Obligationen überhaupt. "
man auch sagen, die Verbal, und ConsensualeontraetuS ent-
halten die formellen Verträge.
Die Literalverträge gehören aller Arten gar nicht hier,
her, sondern sind etwa, wie unser Wechsel, anzusehen.
Jedenfalls muß man immer den Gedanken haben, das
System der Verträge ist nicht in den 4. Ordnungen der
Contracte entstanden, sondern beruht:
a) auf dem Gegensatz des ContraktS zu den partis,
b) der formelle Contract war die stipulatio,
c) der materielle Contract, der Realcontract.
Die Consensualeonrracte sind die Ausnahmen und die
parta adjecta, praetoria et legitima sind nur Nachträge
und abermalige Ausnahmen des neueren Rechts dazu,
indem dieselben den pacti8 entzogen wurden.
Bei unS in Deutschland hatte man biShicbcr den falschen
Gedanken, jeder Vertrag gelle alS ein Consenfualcontracts)
— der Unterschied zwischen contractus und pacta wurde
aufgehoben, alle Regeln sanken zusammen, jeder Vertrag
war gleichsam eine Ausnahme ohne Regel, und daS Resul«
tat war, daß der Richter darüber, ob etwas Vertrag sey'
oder nicht, ja sogar ob er halber Vertrag (Tractat, Punc.
tatton) sey, oder nicht, Alles in seine concrete Cognition
bekam, und in der That da, wo nicht die römischen Na-
men und der wesentliche Begriff bestand, Alles in Verwir.
rung und in das Ungewisse kam. Nicht einmal den Satz
gab man dem Richter, daß er darauf sehen mäße, ob der
Versprechende auch für daS Interesse stehen wolle, oder ob
er materiell, d. i. durch arrka oder Conventionalstrafe oder
Eid seinen Vertrag bekräftigt habe, sondern man ließ Alles
im unbestimmten Halbdunkel. So ist es denn auch gekom.
men, daß man gewöhnlich die Consensualcontracte, also die
Ausnahme als erste Art der besonder» Contracte aufstcllte,
wie z. B. bei Makeldey, indem man annahm, AlleS sey
Consensualeonlraet: während cS natürlich war, wenn man

3) Aber auch in Frankreich ist dies der Fall. Domat p. i.
üb, 1. tit. 1; UNd Pot hier traite des obligat, p. t.
chap. l. sect. l. art. 1. berufen sich auf die l. 1. §. 1. D.
de paetis — duorum vel. plurium in idem placitum con-
sensus, die einen ganz anderen Sinn hat.

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