Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

Uebet den Geist des SCti Tertulliani. 103
daß aber ebendeshalb daS SC. Tertull. nur bedingt und
so gegeben war, um unter billigen Umständen der
Mutier zu helfen. Schon daraus erklärt sich denn die be-
rühmte I. 2. §. 18. D. eod. — wo
1) nur die soror consanguinea und die mnter als con-
sanguinea den pater naturalis ausschließen
2) wenn aber die soror consanguinea nicht erben will,
und die rnater nicht consanguinea wirklich ist, sondern nur
das Recht auS dem SC. Tertulliano hat, sie, die Mutter
zugleich mit dem Vater auch in der b. pio unde proximi cog-
nati eintreten muß: denn sic sind beide deü ersten Grades.
Daß etwas AehnlicheS schon im Geiste dieses SCti lag,
ist unzweifelhaft, daß cs nur ein singuläres Recht einführte,
gewiß, und daß eS in den angegebenen Verhältnissen durch
Interpretation mit der b. pio in Verbindung gebracht wurde,
sicher.
Schon deshalb hätte man nie in dieser Stelle mehr su.
chen sollen, alS wirklich darin liegt.
Endlich ist in dieser Lehre noch Folgendes gelegentlich
zu bemerken:
1) I. 6. D. h. t. filii mater ex hoc Senatusconsulto
etiam si in aliena potestate sit, ad hereditatem admittitur.
2) 1. 9. D. h. t. Sacratissimi Principis nostri Ora-
tione cavetur, ut matris intestatae hereditas ad liberos
tametsi in aliena potestate erunt, pertineat.
Also daS Erbrecht ex SCto. Tertulliano und Orphi-
tiano ging auch auf die Betheiligten, wenn sie in einer an.
dern Familie waren. ES scheint, daß dieses zuerst durch
eine Interpretation deS Kaisers ad. 1. 9. ausgesprochen und
dann vice versa auch auf daS Recht der Mutter ausge-
dehnt worden ist, wie schon die Ueberschrift zur 1. 6. D. cit.
zeigt; aber wichtig ist dieser Standpunkt, weil zunächst hie-
durch die Kinder die Grundlage zu dem Vermögen bekamen,
welches später alö die Basis des eigenen Vermögens der
Kinder angesehen werden mußte.

Aber die Mutter war nur consanquinea mit den Schwe-
stern, nicht ohne die Schwestern!

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