Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

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und über Obligationen überhaupt.
ein einseitiges Versprechen alS Antwort auf die Frage. Alles
kann so regulirt werden; auch mutuae obligationes finden
in zwei Obligationen Platz.
II. Les creditae find eine Empfangnahme, tradi-
tio in der Gesinnung, dies als eine Gefälligkeit zu haben, um
es dereinst wieder zurückzugeben. Solche gratuite Geschäfte
har man auch bei der fiducia, d. h. bei dem Aufheben
und bei dem Pfände sowie bei dem Commodate, d. i- bei
dem Rückgcben einer species. Die Gefälligkeit ist überall
die Hauptsache — die Restitution der Zweck. Man nannte
diese Geschäfte später die benannten Realrontraete: darneben
hatte man im römischen alten Condietionenprozesse die Ge-
genleistung wegen einer Leistung, woraus dann die unbe.
nannten Realeonlraele wurden. *)
III. Die CousensualeontraetuS find Ausnahmen für
Kauf, Miethe, Gemeinschaft und Auftrag, schon in abstrae«
to klar durch die Natur des Geschäfts und nicht weiter
auszudehnen.
Der Literaleonkraet für die römischen argentarii ist
nur zu erwähnen.
Die pacta gelten nur als adjecta zu den Consenfual-
eontraetuS, ferner als prärorische und durch die Imperato,
ren bestätigte pacta; die beiden letzter» sind gewtssermassen
nur Erweiterungen deS Systems der ConftnsualeontraetuS.
§• 4.
In materieller Hinsicht waren bei den Römern zwei
Punkte von besonderer Bedeutung:
I. dolus wirkte bei der Stipulatio nur dann, wenn
eine clausula doli in den Worten war: allmählich half der
Prätor durch eine exceptio, zuletzt sogar durch eine resti-
tutio: bei den Geschäften der Realeontraete und der Con-
sensualcontraete war der dolus ohnedies contra bonam fi-
dem.
II. Zweiseitige und einseitige Verträge unterscheiden
die Römer nicht, denn zwar waren einige bonae fidei ne-

2) Zn der früheren Zeit richtete sich Alles nach dem Condietio-
nensysteme, ohne daß die Foderung auch im Prozesse darauf
beschränkt gewesen wäre.

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