Volltext: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 4 (1842))

Das Rechtsverhältniß der Weiber unter Cicero u. s. w. 97
vomm puerommque tabulas b. p. detur, si illud, quod
est in quaestione, conceditur. Quaeritur enim, an se-
cundum mulieris tabulas nunquam capite deminutae
possessio detur. Quam rem consequitur, ut si id fiat,
ut secundum servorum et puerorum tabulas deferatur.
Quod quia fieri non oportet, ne rei quidem praeceden-
tis existere debebit exemplum. Nec tam necessaria est
consequentia, sed vicina. Nam fieri potest, ut id re-
cipiatur solum secundum mulieris tabulas possessionem
dari, non vero id, ut secundum tabulas servorum vel
puerorum possessio concedatur. Sed proximum est,
ut qui nunc hoc recepit, posterius illud admittat.
Da6 gan-e Argument geht also dahin , daß, weil rin
Weib, welches in der Gewalt stehe, solange sie nicht in die
manus ihres Mannes gekommen scy, nicht sui juris werde/
d. h. nicht einen Vormund habe/ der von ihr abhänge, sie
kein Testament in der Art machen könne/ daß selbst der
Prätor daü mildere Verhältniß der b. pio auf sie anivcnde/
denn sie fty nicht fähig zu testiren, so wenig wie die servi
und pueri. Zwar gesteht Boethius zu, daß man gegen
die Weiber btlliger seyn könne alS gegen pueri und servi:
allein sui juris seyen die Weiber so wenig wie die pueri
Und servi.
Also die capitis deminutio war der einzige Weg zur
testatio der Weiber.
Wenn nun diese nicht nur dem natürlichen Triebe sich
zu Verheirathen folgen konnten, sondern auch der testatio
ivegen eine künstliche coemtio schließen durften, so sieht
Man recht klar, auf welchem Wege die Hauptentwickelung
des eivilrechtlichen Höhesystems, der testatio bei den Wei-
bern vor sich ging.'
Ebendeshalb war darum auch gewiß die Verehelichung
eine wirkliche Selbstständigmachung und keine Verschlimme-
rung des Zustandes, und die Dirceiion, welche hier der
Mann hatte, war eben so wenig hart, wie bei unS. Die
Hinweisung auf die Mutter der Familie ist daher niemals
passive, sondern nur active, d. h. als eine Berechti-
gung anzusehen.
Roßhirt, Zeitschrift. Bd.IV. Heftl. 7

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