Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

84 Sind Rechte nach den Begriffen der Römer
derniß einer Rechtshandlung/ aus irgend einer positiven Be-
stimmung nachgewicsen werden können. Für das Justinianische
Recht ist diese dadurch allerdings vorhanden/ daß die Quel-
lenzeugnisse/ welche bloße Uebereinkunft zur Eigenrhums-
Übertragung für unzureichend erklären / und dagegen den
Erwerb durch Ucbergabe als rechtsbeftändig anerkennen/
durch ihre Aufnahme in die Justinianischen Rechtssammlun
gen mit diesen ein auch formell gesetzliches Ansehen erlangt
haben. Anders aber verhält es sich/ wenn wir allein den
Inhalt und ursprünglichen Werth jener Zeugnisse/ oder was
dasselbe ist/ das unS urkundlich erhaltene römische Recht zur
Zeit seiner noch lebendigen Fortentwickelung betrachten.
Auch hier ist die Rechtsregcl, daß der Empfänger durch
Tradition aus einer justa causa praecedens das Eigen-
thum der ihm tradirten Sache erlange/ unstreitig positiven
Ursprunges/ da sie auf naturalis ratio zurückgeführt wird
(§.40. de adq. rer. dom.), worunter an dieser Stelle das
Jus Gentium (§. a. a. a. £>.)/ also eine positive Rechts-
quelle zu verstehen ist. Allein keine Stelle erklärt die Tra
dition für ein Erforderniß der Eigenthumscrwerbung,
welches der Willensmeinung der Pacisccnten blos hinzu-
kommen müsse/ um jene zu vollenden. Es heißt zwar in
einer Constitution von Diokletian und Maximian (c. 20. de
pactis): „Traditionibus et usucapionibus dominia rerum
non nudis pactis transferuntur.44 Jndeß hätten die An-
fangsworte dieser Stelle einen Gegensatz zu dem darauf
folgenden paetum nudum enthalten/ und bedingende Erfor-
dernisse des pactum znm Zweck der Eigenthumserwerbung
aufftellen sollen/ so dürften Usueapion und Tradition nicht
so/ wie hier geschehen ist/ mit einander verbunden werden;
denn ist diese Verbindung eine copulative/ so wird zu viel
erfordert/ da die letztere schon -er Regel nach allein genügt/
ist dieselbe dagegen alternativ/ so ist da§ Erforderniß unaus-
reichend/ da die Usueapion da/ wo sie dem Pactum hinzu-
tritt/ die Tradition in fast allen Fällen zwar in sich schließt/
aber nicht da/ wo cs ihrer bedurfte/ durch dieselbe ersetzt
wird. Zudem kann die Usueapion den Eigenthumswechsel
auch ohne alles pactum bewirken/ sofern nur ein anderes
justum possessionis initium besteht/ und bekanntlich ist

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