Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

ein Gegenstand der Uebertragung? 81
1826. p. 119. Eine stellvertretende Bezeichnung des Begrif-
fes ist aber eben so wenig nachzuweisen. Hinsichtlich des
älteren ex jure Quiritium rein suam habere mag zwar
immerhin, wie Riebuhr behauptet hat, daö Wort manci-
pium als technisch gelten, aber auch dieses bezeichnet mehr
den Gegenstand als das abstracte Verhältniß. Vergl. meine
Abhandl. de usucap. et praescr. adv. pup. et minores.
Bonnae 1827. p. 2. not. 3. Man darf also geradezu an-
nehmen, daß eS den Römern zu einer Zeit, als die Lehre
von Erwerb und Verlust einer Sache zu Eigenthumsrccht
theoretisch schon ausgebildet war, noch gänzlich an der ge-
eigneten Bezeichnung fehlte, an welche die Vorstellung eines
RechtsübergangeS hätte geknüpft werden können.
Sic dachten sich das Recht selbst vielmehr als Eigenschaft
der Sache, welche diese juristisch dadurch annimmt, daß sie
Gegenstand der unbedingten Verfügungsfreiheit der Person
des Berechtigten ist. Die einzige und wahre technische Be-
zeichnung der älteren Rechtssprache für dieses Verhältniß,
wie sie sich in der Vindicationsformel erhalten hat, war
daher auch nur: „res mea est" und zwar mit dem den
vollständigen Schutz nach Volksrecht ausdrückenden Zusatz:
„ex jure Quiritium." Um den Eigenthumswechsel abstract
auszudrücken, hätte man in ähnlicher Art wie Gajus (11.41.)
umschreiben, und etwa sagen müssen: „res desinit mea
esse, et tua efficitur5 res desinit tua esse, et incipit
Caji, Titii aut alterius cujusdam esse," oder kürzer und
schon mit dem späteren, anfänglich wohl nur unjuristischen
Ausdruck dominus, wie bei Varro an den in Bezug ge-
nommenen Stellen: „res dominum mutat;" was, mag
man hier nun auch schon statt dessen „dominium" lesen,
wenigstens insofern den gemachten Bemerkungen zur Unter-
stützung dient, als damit immer noch der Wechsel in der
Person des EigenthümerS als Aenderung an dem RechtS-
zuftande der Sache selbst bezeichnet wird, und unter domi-
nium das individuelle Verhältniß sowohl des abtretenden
EigenthümerS als des neuen Erwerbers gedacht werden muß.
Am gewöhnlichsten brachte eS indeß das Bcdürfniß mit sich,
statt von dem eingetretenen Wechsel an sich, von dem be-
sonderen Ereignisse, wodurch er bewirkt wurde, zu sprechen,
Roßbirt, Zeitschrift. Bd. II. Heft 1. 6

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