Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

78 Sind Rechte nach den Begriffen der Römer
was fein Verhältniß ihm gestattet/ stnd Mittel/ der Wei-
gerung ungeachtet/ eine dem Inhalte der Forderung ent-
sprechende Willensbestimmung bei dem Verpflichteten hervor-
zubringen. Jede unmittelbare Art der Vollstreckung wider-
spricht der Natur des Verhältnisses und der Reinheit der
Begriffe/ vermöge deren die Römer Jus und Obligatio auf
das bestimmteste von einander unterscheiden. Einer anderen
Grundlage bedurfte der Zwang zur Erfüllung bei Uebertra-
gung der Obligatio auf Sachen / wodurch in dem neueren
Recht die Vollstreckung bloßer Forderungen auch in das Ver-
mögen vermittelt wurde. Hier trat an die Stelle des Willens
der Sachwerth/ also das reelle Vermögen an die Stelle des
intellektuellen. Gerade dadurch aber entstand nun vorzüglich
die Ausdehnung des Gebiets der Rechtsobjecte von den zu-
nächst dahin gehörigen körperlichen Dingen auf fast sämmt-
liche Gegenstände des Vermögens/ ja selbst auf dasjenige/
was erst in der Zukunft demselben zuwachsen konnte. Denn
alles/ was einen Werth hat/ für welchen stch in dem allge-
meinen Schätzungsmittel des Geldes der Maaßstab findet/
ist geeignet/ für eine Forderung zum Unterpfand zu dienen.
Rechtsverhältnisse ohne Unterschied/ vorausgesetzt/ daß ste
nur diesem Erforderniß entsprechen/ stnd also auch/ von
jeder anderen Art der Selbstständigkeit abgesehen/ re« inso-
weit zu nennen/ als ste den Gegenstand eines anderen/ von
ihnen verschiedenen/ nämlich deS Unterpfand-Rechtes/ dar-
bieten können.
Es scheint nun aber/ daß die Juristen mit minderem
Bediirfniß auch für andere Beziehungen geneigt waren/
Rechtsverhältnisse unter der allgemeinen Lathegorie von re«,
mit körperlichen Sachen nach einerlei Grundsätzen zu behan-*
detN/ und daß der wirkliche Unterschied beider nicht immer
da/ wo es erforderlich gewesen wäre/ berückstchtigt wurde.
Ein merkwürdiges Beispiel dieser Art gewährt die Iiei-edi-
tas, an der man die Usucapio eines Jahres zutieß/ weil
man ste unter die caeterae res des Zwölftafelgesetzes rech-
nete/ weil ste kein fundus war/ obgleich ste/ wie Gajus
hier vollkommen an seinem Ort bemerkt/ überhaupt nicht
einmal res eorporalis war/ mithin sachgemäß gar nicht
«rtter diejenigen Dinge begriffen werden durfte/ an welche

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer