Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

ein Gegenstand der Uebertragung?

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universitas rerum als solche. Dagegen ist die sueeessio in
universum jus, als Recht zu derselben verstanden, sowenig
res in diesem Sinne, als die Potestas, Manns oder Tutela,
welche letztere von Ulpian nur in der allerallgemeinsten Be-
deutung dahin mitgerechnet werden konnte. Der hier ange-
gebene technische Begriff von res, woran stch der Begriff
von Vermögen oder res familiaris als Gesammtheit aller
solcher res einer Person knüpft, liegt dem zweiten Haupt-
theil der Jnstitutionensysteme von GajuS und Iustinian,
der Lehre de rebus zum Grunde. Dann aber lassen unter
res stch auch streng juristische Dinge nur insofcrne, als ste
als Rechtsobjecle verkommen, verstehen. Von diesem Ge-
sichtspunkte auS würden an stch genommen Rechte nicht res
genannt werden können, da die Substanz des Rechts mit
dem Rechte selbst identisch, mithin der Gegenstand des
Rechtes nur außerhalb desselben in den Gegenständen seiner
Ausübung zu suchen ist. Allein anders wird es, wenn eS
möglich ist, die Substanz eines Rechtes als Gegenstand für
ein zweites seiner Substanz nach davon verschiedenes
Rechtöverhältniß zu denken. In dieser Art erscheinen auch
Rechte bei den Römern als res, seitdem an der Stelle deS
alten Pignus und der Fiducia das neuere Institut der obli-
gatio rei stch ausgebildet, und auf die verschiedenartigsten
Vermögensgegenstände Anwendung gefunden hatte.
Das Wesen dieser obligatio rei oder deS neueren Pfand-
rechts ist Ausdehnung der persönlichen Verbindlichkeit auf
eine Sache, welche an deren Erfüllung betheiligt wird.
Person und Sache treten dadurch dem Forderungsberechtigten
gegenüber in den Zustand der Correalverpflichtung. Gegen
* beide findet daraus ein Zwang zur Erfüllung statt, welcher
stch nur in der Form seiner Anwendung/ wie nothwendig,
dem Wesen des Subjectes der Verpflichtung anpaßt. Der
Person gegenüber ist das in der Forderung enthaltene
Zwangsrecht lediglich auf den Willen des Verpflichteten ge-
richtet. Denn einzig darin ist das Wesen einer Obligatio
zu setzen, daß ste für ihre besondere Bestimmung daS im
Uebrigen anerkannt freie Wollen des Schuldners in Anspruch
nimmt. Darum kann der Berechtigte seine Befriedigung
auch nur von diesem Wollen erlangen, und das äußerste,

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