Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

rin Gegenstand der Ucbertragung?

es

sich nun in dem römischen Recht Beweise der erftercn An-
nahme , auch außer der ausdrücklich ausgesprochenen Unüber-
tragbarkeit der Forderungen/ ließe sich z. B. Nachweisen/
daß bei der Bestimmung der Wirkungen eines obligatorischen
Verhältnisses nicht blos ausnahmsweise die Individualität
des Gläubigers und dessen persönliche Stellung zu dem
Schuldner beachtet worden sev/ so wäre damit freilich jene
Unübertragbarkeit gerechtfertigt. Allein die ältesten uns be-
kannten Arten von Forderungsrechten zeichnen sich gerade
dadurch aus , daß sie in einer durchaus nur allgemein er-
kennbaren Weise bestimmt waren/ und auch in der Folge
mußte/ wenn es zur gerichtlichen Geltendmachung und Ver-
urtheilung kam/ eine jede den Inhalt einer Obligatio aus-
machende Leistung auf das allgemeine Schätzungsmittel einer
gewissen Geldsumme zurückgebracht werden. Gaji comm. IV.
§. 4s. So lange wir daher im Allgemeinen mit Mühlen-
bruch bei der Vorstellung beharren/ daß Rechte auch abge-
sondert von den berechtigten Personen denkbar und al§
unkörperliche Sachen Gegenstände übertragender Verfügungen
sind/ bietet das Wesen eines Forderungsrechtes keine Ver-
anlassung/ dasselbe für persönlicher und unselbstständiger zu
halte»/ als andere/ und insonderheit.als körperliche Dinge/
welche zu dem Vermögen eines Menschen gehören. Bleibt
nun das ForderungSrecht als die sogenannte aetive Seite
des obligatorischen Verhältnisses unverändert/ obgleich die
Verbindung/ vermöge deren es einer bestimmten Person zu-
steht/ als aufgehoben gedacht wird/ so ist auch von der
passiven Seite desselben/ also von der Obligatio im Ganzen
das nämliche zu behaupten/ und das Postulat/ daß der
Uebergang einer Forderung die Forderung selbst in ihrem
Wesen berühre , mithin einen unstatthaften Eingriff in eine
fremde Rechtssphäre enthalte, ist grundlos/ da vielmehr nur
daö eine Ende des unaufgelöst gebliebenen obligatorischen
Bandes eine neue für die Art und den Bestand der Wechsel-
beziehung durchaus gleichgültige Anknüpfung erhält.
Der zweite Theil der Entwickelung von Mühlenbruch
ist in doppelter Hinsicht gleich unhaltbar. Entweder nämlich
soll die Annahme, daß das in der bezweckten Uebereignung
nothwendig enthaltene Aufgeben das Recht selbst, also den

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