Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

Zur Lehre von der Pupillarsubstitution. &
Ferner L. IO. §. 2. 3. D. 28. 6. (de vulg. et pupillari
substit.), wo der Fall ausdrücklich entschieden wird, juncta
enim hereditas coepit esse.
2) War der Pupill enterbt, und ihm ein Pupillarsubfti-
tnt vom Vater gegeben: so hat letzter das Recht/ die Pu-
pillarerbschaft auszuschlagen/ wenn er auch die väterliche
bereits angenommen.
Daß die I,. 20. C. de jure deliber, nicht hierher ge-
hört/ ergiebt sich ans ihrem Texte: wo es heißt pupillus
quidem patri ejus heres extitit. Die allgemeinen Gründe
können gleichfalls für die Rothwendigkeit einer Annahme
der beiden Erbschaften/ die durchaus nicht mit einander ver-
bunden sind/ nicht angeführt werden; denn nur dies hat statt,
daß ein vom Vater sich selbst ernannter Testamentserbe dem
Pupillen statt des Jntestaterben succedirt. Der Substitut,
als Erbe des Vaters / kann nicht weniger Recht habe»/ als sein
Intestaterbe gehabt haben würde; folglich muß er das Recht
haben/ eine von der väterlichen (durch die Exheredation des
Sohnes) ganz getrennte Erbschaft nach Belieben anzunehmen
oder auszuschlagen. Ist er doch durch die Annahme der
väterlichen Erbschaft zu nichts gebunden; von einem jus
accrescendi ist nicht die Rede/ kein Rückfall eines TheileS des
väterlichen (nämlich des vom Pupillen besessenen TheileS) deS
väterlichen Vermögens vorhanden/ denn der Pupill war enterbt.
Ein Bruder des Pupillen, der Intestaterbe des gemeinsamen
Vaters geworden, würde ja auch befugt seyn, die Erbschaft
des unmündigen Bruders auszuschlagen. Der väterliche
Testamentserbe muß dasselbe Recht haben.
3) Harte der Pupill, vom Vater als Erbe eingesetzt,
entsagt: während der Substitut annahm: so erhält dieser
auf jeden Fall jure accrescendi den durch die Entsagung
des Pupillen vaeant gewordenen Theil des väterlichen Ver-
mögens; es fragt sich nur: kann er, wann der Pupill nach-
her starb, dessen ihm eigne Erbschaft ausschlagen, weil er
bereits die väterliche annahm? Muß der Fall nach der
Analogie des vorhergehenden behandelt werden, dem er in
Wirklichkeit ganz gleich ist (indem der Pupill eben so wenig
des Vaters Erbe geworden, wie der Enterbte); — oder ist
die L. 20. C. zu befolgen, weil jure civil» her Pupill

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