Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

48 lieber das testament. public, nach gemeinem deutschen Rechte.
e) Daß, wenn das Testament aus der Gerichtsdeposttion
abgeholMwird/ noch nicht eine förmliche Aufhebung des
letzten Willens anzunehmen ist/ fondern daß Alles von den
weiteren Schritten des Anordners abhängt. Hätte derselbe
nämlich gleich zu den Acten erklärt/ er wolle sein Testament
zurück/ weil cs nicht mehr gelten solle/ so ist schon dadurch
das Testament/ welches er zurückempfängt/ vernichtet. Hatte
er aber den Grund der Zurücknahme nicht angegeben/ und
das Testament wird mit der publica fides noch vorgefunden/
so kann man aus der bloßen Zurücknahme die Auf-
hebung nicht schließen: wäre aber die öffentliche Solenni-
sirung zerstört/ oder auch nur darunter geschrieben, daß dies
Testament nichts mehr gelten sollte/ so ist dies ebenso wie
hei der Vernichtung des PrivatteftamentS, die entweder
gänzlich oder in jenen Theilen erfolgt/ die der Sache oder
Form nach wesentlich sind.
Kaum brauchen wir schließlich anzufr'ihren, daß das
Testament dem Gerichte auch verschlossen übergeben werden
kann/ wie den Zeugen/ daß es nicht gerade an der Gerichts-
stätte übergeben werden muß / daß aber jedenfalls der Rich-
ter im Amte seyn muß u. s. w.
Obgleich dieser Gegenstand in mehreren Dissertationen/
namentlich von Lauterbach/ der bis auf den Practiker
Clarus zurückgeht/ von Stryk und andern verarbeitet ist/
auch kurz noch vor seinem Tode durch Glück in seinem 3 lsten
Bande der Pandecten behandelt wurde/ so werde ich doch
Entschuldigung finden/ daß ich den Gegenstand nochmals
zur Sprache brachte/ besonders wenn meiner Ansicht selbst
einiger Werth beiwohnen sollte.

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