Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

Ueber Skedotation

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Ehe keine Prätension machm kann, zumal er nach aufge-
hobener Ehe feine Schuld sogar zu vertreten hat.
Somit aber ist unser Weg geebnet. Wir glauben näm-
lich, daß von einer Redotaiion nicht die Rede seyn kann,
weil der Vater seine Obligation erfüllt hat, und Niemand.
schuldig ist, eine Obligation zum zweitenmale zu erfüllen.
Zwar hat man sich auf die affectio paterna, auf das offi-
cium pietatis berufen, und die Dotation analog zur Ali-
mentation aufgefaßt die Sache so darstellend: sowie ein Va-
ter sein versorgtes Kind, welches die Versorgung verliere,
nicht könne verhungern lassen, so müsse jener seine Tochter,
die keine dos mehr habe, neu dotiren Allein die Argumen-
tation paßt nicht, weil eine Ehe besteht auch ohne dos, das
Leben aber nicht ohne Nahrung. Auch beweist das Argu-
ment zuviel; denn nach ihm müßte der Vater die Tochter
neu dotiren, auch wenn die Lüderlichkeit des ManncS die
dos verschwendet hätte.
Unser oben angegebener Grund scheint dagegen vollkom-
men ausreichend, denn eS besteht nur eine obiigatio ad do-
tem constituendam, keine zweite auf Ergänzung und Wieder-
herstellung der abgekommenen dos. Aber nicht befriedigend
ist die Argumentation von Zimmern und Glück. Diese
beziehen sich vorzüglich auf die I. 71. D. 21. 2 so schließend,
daß, wenn -er Vater eine Redotationspflicht hätte, Paulus
alle andern Argumente in dieser Stelle hätte ersparen kön.
nen. Allein wer kann annehmen, -aß, wo es verschiedene
Argumente gibt, -er Schriftsteller das beßte erkennt und
hervorhebt? Ist cS doch Zimmern und Glück in dieser
Sache auch nicht gelungen, das beßte Argument für ihre
und meine Sache darzustellcn und der Verf. befcheidet sich,
daß es vielleicht noch ein besseres Argument geben kann,
als er aufgestellt hat.

Roß Hirt, Zeitschrift. Dd. II. Heft 3

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