Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

21. Ueber die actio ex delicto persecutoria gegen die Erben des Delinquenten

lieber die actio ex delicto perseeutoria gegen die
Erben des Delinquenten.
Von Noßhirt.

Es ist bekannt, -aß sowohl nach römischem 0 als deutschem
Rechte *) die Erben weder für die Privatstrafe noch für den
SchadenS-Ersatzpunkt wegen einer Uebelthat ihres Erblassers
aus dem Vermögen desselben unbedingt haften. Bei der Pri-
vatftrafe und bet der polizeilichen Strafe (imilcta) muß der
Prozeß beim Leben deS Delinquenten angefangen haben,')
wenn die Erben haften sollen, waS nach römischen Formen
mit der litis contestatio eigentlich geschah, bei uns aber
schon mit der Citation eintritt. Bei der Schadens - Ersatz-
foderung haften nach römischem Rechte, wenn im Leben des
Erblassers der Prozeß noch nicht angefangen war, die Erben
mit demjenigen, was ex delicto ad ipsos pervenit, nach
dem Sachsenspiegel gar nicht, nach eanon'schem Rechte haf-
ten sie selbst dann, wenn Nichts ex delicto ad ipsos per-
venerit, soweit die Erbschaft reicht. So legt man das cap.
88 in fine X. 5. 39. aus, und behauptet daher die Derogi-
rung des römischen Rechts durch dasselbe. Es handelt sich
hier nicht darum, was die Schriftsteller und Praetiker der
letzten Zeit darüber annehmen, auch nicht darum, welche
Ansicht rationeller und billiger ist, »die römische oder kano-
nische, sondern lediglich um die Auslegung deS kanonischen

1) I. UN. oo6. 4- 17.
2) Sachsenspiegel I. Buch Art. 6.
3) §. i. J. 4 12. 1. 20. D. 48. ?.

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