Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

der Sevituten durch Destination.

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ttem solchen Falle sey überall von keiner Servitut die Rede,
und rechtfertigt dieses sehr juristisch. ES handelt sich näm-
lich von zwei Häusern/ welche ein gemeinschaftliches Ge-
bälke haben. Man könne sich, heißt es hier, recht gut den-
ken, daß jeder der zwei HauS-Eigenthümer soweit Cigen-
thum an den Balken habe, als sein Haus läuft, und eS
seyen certae partes vorhanden, also ein Verhättniß pro di-
viso, und die Annahme einer Servitut nicht nöthig.*) Die
Römer liessen auch die Erweiterung eines Hauses in ein an-
deres hinein ohne Servitut unter Umständen denken. B)
Wenn man nun hauptsächlich auf jener Stelle die Regel
abstrahirt hat, so ist darin gewiß gefehlt.
Aber man wußte noch andre Stellen mit in Verbindung
zu bringen z. B. I. 30. I). 7. 1., welche bloS sagt, daß,
wenn vom Eigenthümer zweier Häuser das eine Jemanden
zum ususknietus vermacht sey, und das andre dem Erben frei
verbleibt, der letztre den ususfructus nicht dadurch vereiteln
müsse, daß er dem usufrucruarischen Hause daS Licht ent-
ziehe, wobei noch die besondere Verpflichtung des Erben
zur Präftation deS Legats in Betracht kömmt: ferner die
I. 7. pr. D. 8. 4., die aber mehr für UNS ist, weil hier
gesagt ist, daß, wenn der Eigenthümer zweier Häuser bei
dem Verkaufe deS einen eine Servitut begründen wolle, er
sie genau und fpeciell aussprechen müsse, weil bei einer zu
allgemeinen Erklärung entweder keine Servitut oder alle
möglichen Servituten aufgelegt werden müßten.
Die Bemerkung bei Thibaut
„Ist in diesem Falle die bis hieher ftattgehabre Benützung
zur Erhaltung der veräußerten Sache wesentlich nothwen-
dig u. s. w," muß wohl so aufgefaßt werden, daß aus
dem objektiven Bedürfnisse auf den Willen und die still-
schweigende Einräumung geschlossen wird; allein die Römer
haben wohl so gedacht, daß, wenn eine physische Rothwen-
digkeit da ist, daS Eigenthum der Sache insoweit ausge-
dehnt werden müsse, wie bei dem gemeinschaftlichen Gebälke,

2) Cujacius in opp. tom, YI. pag. 37-
3) !. 47 * 39. 2.

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