Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

426 lieber die stillschweigende Bestellung
durch', daß, weil zu jeder lctztwilligen Anordnung eine aus-
drückliche Erklärung gehört, diese entweder nominatim auf
die Servitus gerichtet seyn müsse, oder doch eine Bezeich-
nung geschehen sev, wodurch man sieht, daß der Testator
das faktische Verhältniß durchaus erhalten haben wolle-
(uii nunc 68t.) Also selbst in der Legatslehre ist das fak-
tische Verhältniß, d- h. der Zustand der vermachten Sache
an sich nicht genug, sondern man muß den Willen des Ver-
storbenen erkennen können, wobei dann freilich weiter Nichts
nöthig war, weil zur Entstehung der Servitut mortis causa
nichts weiter gehört.
Ob aber bei Geschäften unter den Lebenden die Inter-
pretation so leicht zu machen ist, dürfte nachdem, was oben
ausgeführt ist, zu bezweifeln seyn , obgleich wir zugeben
können, daß wenn bestimmt gesagt ist, der neue Erwerber
soll das Haus ganz so haben und gemessen, wie der bisherige
Besitzer, er auf die Erweiterung seines Eigenthums durch
eine Servitur Anspruch machen könne. Aber davon ist in
unsrer Streitfrage gar nicht die Rede, sondern ob, wenn
es an einer solchen Interpretation durchaus fehlt, aus dem
bisherigen factischen Verhältnisse allein die Constituirung
einer Servitut angenommen werden könne. Am meisten hat
man sich immer auf eine Stelle und deren Anhang berufen.
I. 36. D. (der Flor) 35. der vulgata 8. 2.
Binas quis aedes habebat una contignatione tectas:
utrasque diversis legavit. Dixi, quia magis placeat
tignum posse duorum esse, ita ut certae partes cujusque
sint contignationis, ex regione cujusque domini fore
tigna: nec ullam invicem habituros actionem, jus non
esse immissum babere, und darauf 1. 37. aber aus einem
andern Juristen.
Idemque esse, et si duobus aedes cesserint. Auö
diesem Anhänge schließt man nun, daß kein Unterschied sey
zwischen Vermächtnissen und Geschäften unter Lebenden.
Aber abgesehen davon, daß bei der cessio in jure so gut
wie bei dem Viudieations- und Damnationslegat eine be-
stimmte Worterklärung Vorkommen mußte, aus welcher man
imerpretiren konnte, so ist dieser Punkt doch hier gar nicht
entscheidend, sondern der Jurist sagt ganz bestimmt, in ei-

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