Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

18. Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Großherzogthum Baden

Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Groß-
herzogthum Baden-
Angezeigt von Roßhirt.

dieser Entwurf erscheint von seinem allgemeinen Theile
angesehen, als eine wiederholte Bestrebung nach der in
Feuerbachs Geiste angefangenen Methode der Gesetzgebung
zum Ziele zu kommen. Er hat mehr als seine Vorgänger
in gewissen einzelnen Dingen das Verdienst einer practischen
Tendenz, trägt indeß die theoretische Richtung und die herr-
schenden Ansichten von der compendiarischen Bedeutung eines
Gesetzbuchs noch viel zu viel in sich, so, daß er den Fluc-
tuatione« der Zeit immerhin heftig ausgesetzt seyn wird.
Doch wir wollen nicht einen Principienkampf erneuern: Zeit
und Praxis werden das Werk, wenn es in das Leben treten
sollte, in denselben Prozeß führen, welchen das bairische Ge-
setzbuch durchgemacht hat, und unsere Nachkommen werden
das Unheil sprechen. Daher nur einiges Wenige aus dem
reinpractischen Standpunkte.

I.
Warum kommt Nichts über die Behandlung der Aus-
länder vor, die im Auslande Mord, Diebstahl, Raub,
Brand und ähnliche Thaten begangen haben? Antwort: Weil
nach tz. 3. der badische Staat nur um das sich zu kümmern
hat, was in Baden vorgeht, oder nach §. 5. um dasjenige
was ausser Baden gegen unfern Staat oder unsre Mitbür-
ger vorgcht, oder nach tz. 7. um dasjenige, waö auch gegen
einen auswärtigen Staat durch einen Inländer vorgcht,
wenn das Justizministerium aus politischen Rücksichten be-
stimmt wird. — Wohl dem fremden Diebsgesindel, Mördern

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