Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

398 lieber das periculum obligationis speciei.
Jnkder Thal ist es auch hinsichtlich deS periculi nicht Anders
bei der locatio operarum. Wenn nämlich der Vermicther
den Dienst durch Zufall nicht leisten kan«/ wird er von der
obligatio frct),29) und der casus ist demnach eine 80-
Jüiio, weil er auch keinen Lohn verlangen kann. Wenn der
contliictor wegen des Zufalls/ der sich in seiner Person er-
eignet, nicht auf die solutio provocircn kann, so liegt dies
allein darin/ daß der Zufall feine Person/ aber nicht die
obligatio trifft/ d. h. daß ja der conductor operarum immer
das Miethgeld bezahlen kann/ wenn ihm auch die Dienste
jetzt weniger oder ganz unnütz sind. Derjenige, welcher
eine Sache kauft, oder tauscht, die ihm später nichts nützt,,
kann keineswegs darauf provocircn. Wenn aber Einige un-
fern Hauptsatz für die Dienftmiethe läugnen, und zwar wegen
I. 38. D. 19. 2. und wegen I. 1. 8 13. 0.50. 13. so ist die-
ser Opposition leicht zu begegnen, indem die erste Stelle da-
von spricht, daß, wenn die angefangene Dienstleistung durch Zu-
fall unterbrochen werde, dennoch die merces bezahlt werden solle,
was'einen ebenso natürlichen als juristischen Grund hat, und
indem die andre Stelle auf das bonorariumj sich bezieht,
waS mit der obligatio der Dienstleistung als wahre Gegen-
leistung gar nicht zusammenhängt. Was endlich die socie-
tas betrifft, so ist zu erwägen, ob
a) die species der societas gehört: dann tritt der Satz
ein: casum sentit dominus und ob
b) das periculum wirklich Einfluß auf die societas hat,
d. h. dieselbe ohne die Sache nicht bestehen kann, und dann
wird natürlich dadurch die Soeietät aufgelößt.
V.
Etwas Besonderes indem Verhältnisse wo die res
casu deterior fit, ist nur für den Fall hervorzuheben, wo
nicht einmal die obligatio perfecta ist; denn ist sie pertecta,
so ist kein Grund vorhanden, zwischen der gänzlichen Zer-
störung und der theilweisen zu unterscheiden. Das periculum
ist ja hier nicht einmal von der 'materiellen Bedeutung wie
dort. Aber wenn die obligatio noch nicht perfecta, aber

29) I. 15. §. 6. D. 19. 2.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer