Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

4. Vom nothwendigen domicilio

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Von der Solution der Obligationen.

wurden ursprünglich viel weniger nach ihren Entstehungs-
gründen als nach der prozessualischen Folge klassificirt;
hauptsächlich nach dem Unterschiede der actiones und con-
dictiones. Der CondictionSprozeß war eine eigene Prozeß-
sorm sür die Obligationen. Im Uebrigen kann man doch
auch hier schon erkennen/ daß nicht blos die aus einem
förmlichen Geschäfte entstandenen Klagen, sondern auch die
ex re entstandenen Obligationen stricti juris waren und
dieses bis in die neueste Zeit des römischen RechtS geblieben
sind/ weshalb auch der Unterschied in stricti juris und bo-
nae fidei actiones noch immer nicht verschwunden ist. Als
man die Obligationen mit Entstehung und Ausbildung des
Prozesses nach den formulis im Einzelnen mehr untersuchte/
kann man auf die zwei Hauptguellen formula — re: später
consensu — re. Zuletzt suchte man möglichst Vieles auf
den consensus hinzuführen/ was eigentlich eine Realobli-
gation war und blieb/ z. B. einige Quasieontraete/ und über-
haupt wurde in den neueren Systemen der römischen Juristen,
besonders dem herrschenden des Gajus/ dieser Gesichtspunkt
getrübt, indem die 4 Arten der contractus, das Delikt und
die variae causarum fispurae hervorgchoben wurden: allein
nach der Entwickelung der Rechtssätze und folglich in der
Verfolgung der Prinzipien für dieselben kömmt man immer
auf die alte Grundverschiedenheit zurück, die aber besonders
wichtig und folgenreich in der Darstellung der Lehre von
der Solution ist *).

Vom nothwendigen domicilio.
Von Roß Hirt.
Bei dem nothwendigen domicilio ist sehr merkwürdig,
daß man sich in der Frage, wo Jemand seinen Wohnort
habe, von dem gewöhnlichen Begriffe über Wohnort nicht

*) In Hinsicht auf die Quellen für unsere Lehre wollen wir
noch auf das seltener angeführte Fragmentum Graecum de
^»ligationum Caussis et Solutionibus aufmerksam Machen
in Hauboldi opusc, acad. Vol. II. pag. 347 seqq.

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