Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

Ueber Exceptione« im Allgemeinen. 341
sion darin zusammen, daß dieselbe Form des Verfahrens und
lange Zeit dieselbe Wirkung eintrat: allein der Begriffsun-
terschied war immer vorhanden und von den Juristen wohl be-
achtet. Mit der Veränderung deS Gerichtswesens, und der
damit zusammenhängenden Relaxation mancher alten strengen
Folgen mußte der Unterschied freilich besser noch erscheinen, da-
her daS Gegenübertreteu der exceptio pereratoria und di-
latoria mit den verschiedenen Folgen, die jetzt richtig die
Worte schon anzeigen, ferner daS Gegenübertreten der litis-
contestatio zu den speciellen Exceptione» und ihren Wirkun-
gen 8). Dagegen sind auch alte Formunterschiede in der Auf-
stellung bei der kormula verschwunden z. B. der der praescrip-
tio pro reo und der eigentlichen exceptio, jenachdem die
Vorschrift der intentio voranging, oder ihr nachfolgte 9), und
praescriptio undexceptiowurdenjetztproiniscuegebraucht'O).
Aus dieser Darstellung dürfte nun leicht weiter zu ent-
wickeln seyn, daß der Begriff von exceptio durchaus noch
derselbe für unser Recht ist, wie er im justinianischen Rechte
vorkömmr, wobei aber nicht zu verkennen seyn wird, daß
weniger durch die Glosse als durch daS kanonische Recht
und Lurch die Prozeßualisten deS Mittelalters und der neu-
eren Zeit im Einzelnen manchem Vorbringen deS Beklagten
der Ausdruck „exceptio" beigelcgt worden ist, für welches
nach gesunden Begriffen er nicht paßt. Vorerst bemerken
wir, daß immerhin, sowie ursprünglich, also auch zu
JustinianS und unserer Zeit der civilrechtliche und der
prozeßualische Begriff unterschieden werden muß. Durchaus
mit Unrecht wirft man dem Kaiser vor"), er habe in den Jn-
8) Dieses Verhältniß zeigte sich im römischen Prozeße schon
deßkialb besser wie bei uns, weil die Exceptionen auch nach
der LitiSeontestation (daS Wort im alten SinNe genommen!)
also im späteren prozeßualischen Verfahren vorgebracht wer-
den durften, sobald es keine kormula mehr gab.
9) Zimmern S. 297.
10) Doch hat die Titelüberschrift der Pandeeten Lib. 44. tit. 1.
Noch den Unterschied. DaS praejudicium oder die exceptio
praejudicii war wohl die Veranlassung zu den excepti, dila-
toriis*
11) Z. B. Bayer S. 254. und nach ihm auch Albrecht
von den Exceptionen.

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