Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

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lieber Exceptiones im Allgemeinen.
praejudicium angeregt 6), um denjenigen, welcher actione
injuriarum geklagt hatte, UM die Iurienklage gänzlich zu
bringen. Dies Verhältniß des gänzlichen Verlustes der minor
causa, wenn man durch accusatio die major causa anzu-
greifen nicht Lust hatte, bestand fort, bis auch hier die Ver-
änderung des Grundsatzes durch die mittelst eines kaiserlichen
Edictes bestättigre Praxis erfolgte, so, daß die beiden Sachen,
minor et maior, im Wege Rechtens nebeneinander sollten ver-
folgt werden können Damit war aber natürlich nicht ge-
sagt, daß die Entscheidung der einen keinen Einfluß auf die
Entscheidung der andern haben könne 3 * * 6 7).
Also von dem prozeßualischen Standpunkte umfaßte ex-
ceptio schon in der ältesten Zeit jede praescriptio, die zu
Gunsten des Beklagten gemach: wurde, und welche natürlich
den Zweck hatte, vom Kläger loszukommen. Es war dabei
nicht blos der Gedanke der Billigkeit, welcher die eigent-
lichen Exceptione» karakteristrt/ im Spiele, sondern jede Rück-
sicht , welche in der formula aus formellen und materiel-
len Gründen genommen werden konnte. Die eigentliche Ep-
eeption traf, solange der alte ordo judicii bestand, freilich
mit jeder andern vom Grund der Klage unabhängigen Defen-

3) Hier in dem Sinne, daß die maior causa der minor vergehe.
L. 54. D. 5. 1. Meine Entwickelung der Grundsätze des
Strafrechts. S. 133. Zimmern S. 301.
6) Sv ifi die L, un. Cod. theod, 9. 20. (L. un Cod. Just. 9. 31.)
zu verstehen / so erklärt sich auch 1.13. D. 48. 8. In eum,
cujus dolo malo hominibus coactis damni quid datum esse
dicatur, non debet cogi actor, omissa actione civili crimen
intendere.
7) Unter den Stellen, welche die noch praktische Wirksamkeit
des praejudicii zeigen, ist keine wichtiger wie die hi. 13. D.
44- 1. 8i post lilem de hereditate constitutam res singulae
petantur: placetnon obstare exceptionem; Quod praejudicium
hereditati non fiat. Futuri enim judicii,ryion facti nomine , hu-
jusmodi exceptiones comparatae sunt. Aus dieser Stelle gellt
Nämlich die beste Bestättigung der von uns geäusserten Ansicht
hervor, daß, wenn über die Erbschaftsklage entschieden ist,
und der Beklaate die einzelnen verjährten Sachen nicht heraus-
gibt, die vindicatio angestellt werden muß, welcher das prae-
judicium nicht entgegengesetzt werden kann, und worauf so-
dann die praescriptio longi temporis anwendbar ist.

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