Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

326 Das Römische Recht kn Frankreich fett 1830.
Franzosen geschrieben worden ist. Ja wir kennen selbst unter
den deutschen Werken (Hugo und Zimmern nicht ausge-
nommen)/ kein so gut entworfenes, anziehend colorirtes Gemälde
der äussern Geschichte deS Römischen RechtS. Deutschland darf
aber Herrn Gira ud geradezu für einen Zögling seiner Civili-
sten erklären, da er mit der neusten Literatur deS Römischen
RechtS in Deutschland nicht minder vertraut ist, als z. B.
Schilling, die Bücher nicht bloß dem Titel nach
kennt, sondern genau und mit kritischem Sinne sie studirt
hat, und dazu noch , waü Frankreich in früheren Zeiten und
jetzt, und was Italien, England und Holland für dieKennt-
«iß des Römischen AlterthumS geleistet haben.
Herr Giraud widmet sein Buch seinem Lehrer Blon-
de au, und gesteht offen , daß durch ihn nnd seine Freunde
vermittelst der, Themis der Sinn für das Bessere geweckt
worden fei, daß, nachdem in seinem Vaterlande alles Studium
erloschen gewesen, in Deutschland daö heilige Feuer bewahrt,
und über Belgien8) erst in Frankreich wieder bekannt ge-
worden sei. Eine tiefe Kenntniß der Ouellen, Vertrautheit mit
ihren Auslegern, Würdigung und kritische Beurtheilung der
Ansichten der großen Meister, besonders V ico'6, NicbuhrS,
Savigny's, Hug o'S und aller, die über irgend eine rechts-
geschichtliche Frage eine eigne Meinung ausgesprochen ha-
ben, zeigen uns in Herrn Giraud den reifen selbständigen
Gelehrten, der auf der gegenwärtigen Höhe der Wissenschaft
angclangt ist, sich da frei bewegt, Nachbeterei verschmäht, und
im Conflicte widerstreitender Autoritäten das Rechte zu tref-
fen weiß. Zwar sind einige unsrer Schriftsteller seine
Hauptführer gewesen, namentlich Zimmern für daö Detail
des Stoffes, und HoltiuS (in seinen Lineamentis his-
toriae juris Romani. Berlin 1830 ) zum Theil für die Form;
allein er hat stets seine Selbstständigkeit behauptet. Die
Sprache unseres Verfassers hat gerade die Haltung ohne
welche sein Werk keinen Beifall würde gefunden haben:
sein Styl ist auf der einen Seite höchst einfach, bestimmt

8) Referent fühlt sich verpflichtet , Herrn Giraud für die
Anerkennung seiner Bemühungen zur Verbindung der fran-
zöstschen und deutschen Juristen, hier seinen Dank auSzu-
sprechen.

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