Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

14. Das Römische Recht in Frankreich seit 1830

DasRömischeRecht in Frankreich seit 1830.
Von Warnkönig. %

§S war eine Zeit, (wir gedenken ihrer mit freudiger Er-
innerung) in der das seit Jahrhunderten zerrissene Band
zwischen Deutschlands und Frankreichs Rechtsgelehrren sich
wieder anzuknüpfen begann, und durch die Verschmelzung
französischer Feinheit und deutscher Gründlichkeit unserer
Wissenschaft eine neue Periode versprach. Die Jahre 1820
bis 1826 sind diese Zeit, die alle Freunde -er Wissenschaft
mit frohen Hoffnungen erfüllte. Paris, Göttingen, Berlin,
Heidelberg, ftanden in literärischem Verkehr, über die Nie-
derlande gieng die Brücke, welche die deutsche und die fran-
zösische Rechtswissenschaft in Verkehr setzte. Das Erscheinen
einer von Pariser Juristen in Verbindung mit deutschen
RechtSgelehrten redigirten Zeitschrift, derl'lremis, war das
Zeichen der bevorstehenden Reform; zuerst im Kampfe mit
Nationalvorurtheilen und Eifersucht wurde die neu sich er-
hebende Schule siegreich; aber bald erkaltete das Feuer, und
im Jahr 1830, nach manchen glücklichen Resultaten drohte
Erschlaffung dem so kräftig begonnenen Streben. Der Tod
Jourdan'S, eines der tüchtigsten Mitkämpfer für die Um*
gestaltung der Rechtswissenschaft in Frankreich, hatte die neue
Schule im Jahr 1816 ihrer Einheit beraubt. *) Mit dem
neunten Bande wurde die l'kemi« halb niederländisch, ?)
und als der Sturm im Juli 1830 zerstörend auf die belgi-

1) Wir haben dem trefflichen Manne ein biographisches Denk-
mal gesetzt, in der Zeitschrift für Geschichtliche Rechtswis-
senschaft. Tbl. 7. S. 44 — 89.
2) Sie wurde zur Hälfte redigirt in Löwen von dem Derf. diese-
Aufsatzes in Gemeinschaft mit seinen Collegen Holtiu - und
Birnbaum, und in Brüssel gedruckt.
Roß Hirt, Zeitschrift. Bd» II. Heft 3.

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