Full text: Volume (Bd. 2 (1837))

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Vom Affociatiorrs» Recht.

deS Adels und gemeinen Volks re.", oder nach
den späteren Redaktionen, der Unrerthanen, wes
Standes und Würden die feyen. Was von den Land-
ständen zu sagen ist, kommt in den vorangehenden §. 3 — 5
vor, und passen etwa die weiteren Correlate „auch Empörung,
Aufruhr, und ungebührliche Gewalt" nur auf Landstände?
Daß diese beschränkte Deutung jener Reichsgesetze nicht
die rationelle ist, davon muß man sich noch lebendiger über-
zeugen, wenn man sie in ihrem geschichtlichen Zusammen-
hang auffaßt und mit den vielen älteren Verboten vergleicht,
worüber ich, auch hier den praktischen Resultaten zu eilend,
auf Ohlenschlager verwiesen habe, Auch in Wildas Ge-
schichte deS GildenwesenS im Mittelalter findet man die
meisten angeführt. Sie gehen beinahe so weit zurück, als
die urkundliche Geschichte und jeder Kenner wird Lappen-
berg (Geschichte von England Th. 1. S. 610) beipstichten,
wenn er sagt: „Da jedoch diese Bünde im fränkischen Reiche
der Einheit deS Staats oft bedrohlich erscheinen, so
wurden sie häufig verboten und vor Allem der Gebrauch des
Eides bei ihrer Eingehung untersagt." Die gefährdete Staats-
Einheit und das Interesse der öffentlichen Ordnung ist also
der wahre Grund jener aus dem Römischen Rechte wo nicht
geradezu abftammenden, doch damit genau verwachsenen Ver-
ordnungen und ich möchte wohl wissen, wie man die Hypo-
these, welche sie mit dem Faustrechte leben und sterben läßt,
mildem Concilienbeschluß der Väter der Gallicanischen Kirche,
welche im Jahre 1214 die Sodalitia religionis causa, non
accedente eoruro consensu, apud quos est legitima po-
testas, verboten, oder mit der Constitui. Dominii Medio-
lanensis: Libr. 4. Tit de poenis: „Non fiant ligae, unio-
nes, confoederationes, sectae, conventicula etc. sub
poena corporali," vereinigen wird.
Soviel mag zur Erörterung dessen, was wir in unfern
deutschen konstitutionellen Staaten als positives Recht
zu erkennen haben, genügen. Um dieses war es mir zunächst
zu thun, da die Welt deS bloßen Dogmatisiren längst genug
hat. Die philosophische und politische Rechtfertigung seiner
Bestimmungen und ihre Versöhnlichkeit mir den Ideen eines
ächten Liberalismus behalte ich mir für einen anderen Ort
auszuführen bevor. Theilweise habe ich sie in einer Reeeu-
sion im Rovemberheft 183Z der Hallischen Literaturzeitung
antieipirt.

Druckfehler.
E. 238 Z. 24 statt phanthastische lies pantheistischc

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