Full text: Abhandlungen civilistischen und criminalistischen Inhalts (Bd. 2 (1837))

Vom AssoeiatioriS-Stecht.

auf gleiches Recht der Thcilnehmer bei stets geschiedenen An-
sprüchen und Interessen zurückzuführen versucht habe, wenn
ich jeder Gesellschaft/ welche über diesen Charakter rmpor
strebt, daö juristische Dafeyn absprechc, das nur unter
dem höheren Beistände des Gesetzes und der Obrigkeit, als
Mensch gewordenen Gesetzes, in Erfüllung geht, so sollten
damit zunächst nur die obgedachten feineren Befugnisse der
Polizei und Negierung zur Beförderung des SraatSzwecks
und zur Erhaltung der eigenen Autorität erklärt und zugleich
gesagt werden, daß umgekehrt die Regierung in ihren wohl-
gemeintesten Einschreitungen gegen bloße Privat-Gesellschaf-
ten keine größere Macht ausüben darf, als gegen Einzelne.
Das facti sehe Dasein wird mildem abgesprochenen juristi-
schen nicht geläugnet und zwar ein folgenreiches, dem Besitz
analoges Daieyn, das sich im sogenannten Naturstand An-
erkennung erringt, durch eine Art von Selbsthülfe allezeit
eine noch unmächtige und unconsolidirte Staatsgewalt er-
setzen wird, und so auch in den conftiluirtcn Staat Elemente
überträgt, welche, zu seinem politischen Leben, zu seiner con-
creten Verfassung gehörig, selbst da, wo sie lästig und hin-
derlich werden, nur mit Rath, und nicht mit Gewalt rcfor-
mirt oder weggeschaft werden dürfen. So gerne ich dieses
zugebe und gerade seinen solchen dem Radikalismus am
meisten verhaßten historischen Rechttboden überall vorauS-
fttzc, so wenig vermag ich mich mit einer Rechtsphilosophie
zu befreunden, welche einen , zu seiner Zeit, als die um in-
nere Angelegenheiten wenig bekümmerten Staaten in der
Hauptsache nur eine Con^deration gegen auswärtige Feinde
vorftellten, unvermeidlichen Fatalismus mir seinen Geburten
und Mißgeburten perpctuiren und den Staaten anempfehlen
möchte, welche man für constituirt und eonstirmionell ausgiebt.
Noch weniger darf man diese bloßen Analogieen so in
die Enge ziehen, als gestatte ich der Privatwillkühr keinen
weiteren Spielraum staatsbürgerlicher Freiheit, als den
bloßen Gewerbgesellschaften: Daß so nicht meine wahre
Meinung ist, folgt wohl schon daraus, daß ich ja auch diese
der Bedingung des SraaisgmheißenS zum Complement ihrer
juristischen Existenz unterwerfe, sobald sie die Tendenz einer
durch kein Mcnschenalrer beschränkten, beständigen Daner

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer